Du stehst vor deinem Schminktisch. Vor dir stehen all die schönen Tiegel, Paletten und Pinsel. Vielleicht fühlst du dich gerade ein bisschen unwohl, weil du weißt, dass viele deiner Produkte nicht gerade umweltfreundlich sind. Oder du möchtest einfach den nächsten Schritt gehen und dein gesamtes Beauty-Regime auf eine nachhaltigere Basis stellen. Das ist eine tolle Entscheidung! Aber oft fühlt sich der Weg zu „Make up nachhaltig“ an wie ein riesiger Berg. Wo fängst du an? Welche Produkte sind wirklich besser? Ich erkläre dir ganz ruhig, wie du dein Make-up schrittweise umweltbewusster gestalten kannst, ohne dass du dich von heute auf morgen komplett neu einkleiden musst.
Warum überhaupt nachhaltiges Make-up wählen?
Oft denken wir bei Nachhaltigkeit nur an große Umweltprobleme. Aber es geht auch ganz nah an dich heran: um deine Haut und darum, was du täglich damit machst. Viele herkömmliche Kosmetika enthalten Inhaltsstoffe, die in der Natur schwer abbaubar sind oder bei der Herstellung viel Wasser und Energie verbrauchen. Hinzu kommt das Thema Verpackung. Diese kleinen Plastiktiegel stapeln sich schnell. Wenn du Make-up nachhaltig gestalten willst, schaust du auf drei Bereiche: Inhaltsstoffe, Verpackung und Herstellungsprozess.
Du musst nicht perfekt sein. Selbst kleine Änderungen zählen. Vielleicht magst du die Deckkraft deines aktuellen Foundations nicht missen. Das ist okay. Wir schauen uns gemeinsam an, wo du leicht austauschen kannst und wo du vielleicht noch etwas warten kannst. Dein Weg zum bewussten Schminken beginnt hier.
Die Tücke der Inhaltsstoffe verstehen
Wenn du deine Produkte genauer ansiehst, stolperst du vielleicht über lange, unverständliche Bezeichnungen. Nachhaltiges Make-up legt Wert auf natürliche Rohstoffe. Viele Marken, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben, verzichten auf synthetische Polymere, die Mikroplastik freisetzen können, oder auf bestimmte Konservierungsstoffe. Achte darauf, was du nicht auf deiner Haut haben möchtest. Das hilft dir, Produkte mit grüneren Alternativen zu finden.
Manche Inhaltsstoffe werden kritisch gesehen, weil sie in der Natur Probleme machen oder weil ihre Gewinnung fragwürdig ist. Denk zum Beispiel an Palmöl. Wenn du darauf achtest, Produkte zu wählen, die Palmöl entweder meiden oder zertifiziert nachhaltig gewonnenes Palmöl verwenden, tust du schon sehr viel Gutes. Zertifikate geben dir eine Orientierungshilfe, auch wenn du dich nicht durch jeden Inhaltsstoff kämpfen musst.
Praktische Schritte zum grüneren Beauty-Bag
Der Umstieg muss nicht teuer oder kompliziert sein. Gehe es Schritt für Schritt an. Das ist der Schlüssel, damit es langfristig funktioniert und du Freude daran hast. Für konkrete Anregungen, wie du deine Pflegeroutine umstellen kannst, schau dir unsere Tipps zur nachhaltigen Gesichtspflege an.
1. Aufbrauchen, was du hast
Der nachhaltigste Tiegel ist der, der schon in deinem Schrank steht. Bevor du etwas Neues kaufst, nutze deine vorhandenen Produkte restlos auf. Das ist die beste Umweltschutzmaßnahme überhaupt. Keine neuen Ressourcen werden verbraucht und kein altes Produkt landet unnötig im Müll. Wenn deine Mascara leer ist, überlege dir, welche nachhaltige Alternative du als Nächstes ausprobierst. Das gibt dir Zeit, dich in Ruhe zu informieren.
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2. Die Verpackung in den Fokus nehmen
Die Verpackung macht oft einen großen Teil des ökologischen Fußabdrucks aus. Hier gibt es spannende Entwicklungen rund um das Thema „Make up nachhaltig verpacken“.
- Refills und Nachfüllpackungen: Viele Marken bieten Foundations, Puder oder Lippenstifte in Hüllen an, in die du nur das Produkt nachkaufst. Das spart enorm viel Verpackungsmüll.
- Glas und Aluminium: Diese Materialien sind hervorragend recycelbar. Wenn du eine Wahl hast, greife zu Glas statt Plastik.
- Zero Waste Ansätze: Manche Produkte kommen komplett ohne Verpackung aus, zum Beispiel feste Körperbutter oder feste Shampoo-Bars. Auch Lippenstifte gibt es manchmal in Papierhülsen.
3. Zertifizierungen und Siegel lesen
Du fragst dich, wie du gute von weniger guten Marken unterscheidest? Siegel helfen dir dabei, den Dschungel an Behauptungen zu durchdringen. Achte auf unabhängige Siegel, die über die Inhaltsstoffe hinaus auch soziale und ökologische Aspekte der gesamten Lieferkette prüfen. Siegel für Naturkosmetik beispielsweise garantieren oft einen hohen Anteil natürlicher Inhaltsstoffe und den Verzicht auf Gentechnik oder Silikone.
Pflichtlektüre
Entdecke essenzielle Quellen, die wir zu Make up nachhaltig gesammelt haben.
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4. Die richtigen Werkzeuge wählen: Nachhaltige Pinsel und Schwämme
Oft vergessen wir die Helferlein: Pinsel und Make-up-Schwämme. Viele herkömmliche Pinsel bestehen aus Tierhaaren oder synthetischen Fasern, deren Herstellung nicht ideal ist. Wenn du einen Pinselwechsel planst, schaue nach:
- Vegane Pinsel: Diese nutzen hochwertige synthetische Fasern, die oft besser gereinigt werden können und langlebiger sind.
- Nachhaltig gewonnenes Holz: Achte darauf, dass das Holz für den Griff aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt (FSC-zertifiziert).
- Schwämme aus Pflanzenbasis: Es gibt Schwämme aus Cellulose oder anderen pflanzlichen Materialien, die besser biologisch abbaubar sind als herkömmliche Kunststoff-Schwämme.
Der Umstieg auf nachhaltige Produkte: Was ist wirklich wichtig?
Wenn du jetzt dein erstes nachhaltiges Produkt kaufen möchtest, wähle den Bereich, der dir am wichtigsten ist. Für viele ist das die Gesichtsbasis.
Foundation und Concealer
Hier gibt es tolle, oft flüssige oder cremige Alternativen. Viele nachhaltige Marken bieten Produkte mit geringerer Deckkraft an, die mehr auf Hautpflege setzen. Das ist ein guter Kompromiss, wenn dir die reine Deckkraft weniger wichtig ist als die Hautgesundheit. Viele dieser Formulierungen setzen auf pflegende Öle und Mineralpigmente.
Tipp für Sparfüchse: Wenn du unsicher bist, ob eine teurere nachhaltige Foundation zu dir passt, kaufe zuerst eine kleine Probe. So vermeidest du Fehlkäufe.
Lippenstifte und Lidschatten
Bei Lippenstiften ist die Verpackung ein großes Thema, da sie oft Kunststoff-Mechanismen enthalten. Schau gezielt nach Marken, die nachfüllbare Lippenstifthülsen anbieten. Lidschattenpaletten sind oft ein Müllproblem, weil du am Ende immer einige Farben nicht mehr nutzt. Hier hilft der Umstieg auf einzelne, magnetische Pfännchen (Pans), die du in einer wiederverwendbaren Palette anordnest. So kaufst du nur das, was du wirklich benutzt.
Hygiene und Haltbarkeit bei Öko-Make-up
Ein häufiger Zweifel ist: Halten nachhaltige Produkte genauso lange? Da viele auf synthetische Konservierungsstoffe verzichten, kann die Haltbarkeit kürzer sein. Das ist aber kein Grund zur Sorge, sondern eine Umstellung in deinem Umgang mit den Produkten.
- Hygiene ist alles: Wenn du mit den Fingern in Tiegel fasst oder mit Pinseln direkt in die Creme gehst, bringst du Bakterien hinein. Wasche deine Hände regelmäßig und nutze saubere Spatel für Cremeprodukte.
- Lagerung: Lagere dein Make-up kühl und dunkel. Extreme Temperaturen können die natürlichen Fette und Öle schneller ranzig werden lassen.
- Achtung auf das PAO-Symbol: Das ist das Symbol eines offenen Tiegels mit einer Zahl (z.B. 6M für 6 Monate). Dieses gilt auch für Naturkosmetik, aber wenn die Textur sich verändert (Geruch, Farbe), entsorge es lieber früher.
Der Umstieg auf nachhaltiges Schminken ist eine Reise, kein Sprint. Du lernst deine Haut und die Inhaltsstoffe besser kennen. Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen, Stück für Stück. Wenn du das nächste Mal etwas nachkaufen musst, nimm dir fünf Minuten Zeit und suche gezielt nach einer umweltfreundlicheren Variante für genau dieses eine Produkt. Du wirst sehen, wie leicht das geht, wenn du den ersten Schritt gemacht hast.
häufig gestellte fragen
muss ich mehr geld ausgeben für nachhaltiges make up?
Nicht unbedingt. Oftmals sind die Anschaffungskosten höher, weil nachhaltige Rohstoffe und faire Produktion teurer sind. Wenn du aber auf Refills setzt und Produkte aufbrauchst, sparst du langfristig Verpackungsmüll und eventuell unnötige Nachkäufe. Es kommt auf deine Strategie an.
was mache ich mit altem, nicht-nachhaltigem make up?
Bitte wirf es nicht einfach in den Hausmüll. Wenn es noch gut verwendbar ist, nutze es auf. Ist es abgelaufen oder verdorben, solltest du es zur Schadstoffsammlung oder zu Apotheken bringen, die Kosmetikreste annehmen. Vermeide es, flüssige Produkte ins Waschbecken zu kippen.
sind vegane produkte automatisch nachhaltig?
Nein, das ist ein häufiges Missverständnis. Vegan bedeutet, dass keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten sind. Nachhaltigkeit umfasst aber auch die Ökobilanz der Verpackung, den Wasserverbrauch und die Abbaubarkeit der Inhaltsstoffe. Du musst beides prüfen: Vegan UND umweltfreundlich.









