Du stehst vor deinem Schminktisch und schaust auf die bunte Sammlung von Tiegeln, Tuben und Pinseln. Vielleicht fühlst du dich ein bisschen schlecht dabei, weil du weißt, dass viele dieser Produkte nicht gerade umweltfreundlich sind. Du möchtest gerne umsteigen auf nachhaltiges make up, aber der Gedanke daran fühlt sich überwältigend an. Wo fängst du an? Sind diese Produkte wirklich besser? Und halten sie überhaupt, was sie versprechen? Keine Sorge, diese Gefühle kennen viele. Es ist ein Prozess, und ich nehme dich Schritt für Schritt mit, damit du bewusste Entscheidungen für deine Schönheit und unseren Planeten treffen kannst.
Was bedeutet „nachhaltiges make up“ eigentlich genau?
Wenn wir über nachhaltige Kosmetik sprechen, reden wir nicht nur über einen einzigen Aspekt. Es ist ein großes Puzzle. Es geht darum, wie die Inhaltsstoffe gewonnen werden, wie das Produkt hergestellt wird, wie es verpackt ist und was nach Gebrauch damit passiert. Dein Ziel ist es, Produkte zu finden, die die Umwelt so wenig wie möglich belasten und fair für alle Beteiligten sind. Viele Menschen suchen zum Beispiel nach veganem und tierversuchsfreiem make up, und das ist ein wichtiger erster Schritt.
Die drei Säulen der Nachhaltigkeit im Beauty-Bereich
Um den Überblick zu behalten, schauen wir uns die wichtigsten Bereiche an, die du beim Kauf von nachhaltigem Make-up beachten solltest. Denk an diese drei Punkte, wenn du das nächste Mal im Laden stehst oder online stöberst:
- Die Inhaltsstoffe: Sind sie natürlich, biologisch angebaut oder synthetisch? Kommen sie aus fairem Handel?
- Die Verpackung: Ist sie recycelbar, wiederverwendbar oder kommt sie ganz ohne Plastik aus? Das Stichwort hier ist zero waste make up, wofür es viele innovative Ansätze gibt, wie man nachhaltige Kosmetikverpackungen wählt.
- Die Herstellung und die Marke: Wie transparent ist das Unternehmen? Zahlt es faire Löhne? Wie hoch ist der Wasser- und Energieverbrauch in der Produktion?
Es ist wichtig zu verstehen, dass niemand von heute auf morgen perfekt sein muss. Jeder kleine Schritt zählt, wenn du dein aktuelles Sortiment langsam auf umweltfreundlichere Alternativen umstellst.
Der Blick auf die Inhaltsstoffe: Was gehört in einen grünen Tiegel?
Dieser Punkt beschäftigt viele am meisten. Dein Gesicht ist deine Haut, und du willst keine unnötigen Chemikalien darauf verteilen. Wenn du dein natürliches make up kaufen möchtest, achte auf die sogenannten „No-Gos“ und die „Yes-Gos“.
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Achte auf Zertifikate statt auf leere Versprechen
Unternehmen werben oft mit Begriffen wie „natürlich“ oder „grün“. Das allein sagt oft wenig aus, denn es gibt keine einheitliche gesetzliche Definition. Hier helfen dir vertrauenswürdige Siegel. Wenn du wirklich wissen willst, ob dein Foundation oder dein Lippenstift nachhaltig ist, such nach anerkannten Naturkosmetik-Siegeln. Diese garantieren dir bestimmte Standards bezüglich der Inhaltsstoffe und des Herstellungsprozesses. Sie prüfen zum Beispiel, ob bestimmte synthetische Konservierungsstoffe oder Silikone enthalten sind.
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Mineralisches make up als guter Einstieg
Viele, die auf nachhaltige mineralische foundation umsteigen, tun dies, weil die Basis oft sehr rein ist. Mineralpuder bestehen häufig nur aus wenigen, natürlichen Mineralien wie Glimmer oder Zinkoxid. Diese sind oft sehr gut verträglich, auch für empfindliche Haut. Sie sind per se schon nachhaltiger, weil sie weniger komplexe chemische Prozesse benötigen. Du musst dich nur daran gewöhnen, dass die Textur anders ist als bei flüssigen Produkten.
Verpackung und Müll: Der Weg zum plastikfreien Schminktisch
Die Hochglanzverpackungen in deinem Bad sind oft das größte Problemfeld beim Thema Beauty und Umwelt. Jährlich landen Tonnen von leerer Plastikverpackung im Müll. Wie kannst du das vermeiden, wenn du dein umweltfreundliches make up suchst?
Refill-Systeme und Nachfüllen
Viele moderne, nachhaltige Marken setzen auf sogenannte Refill-Systeme. Das bedeutet, du kaufst einmal ein schönes, stabiles Gehäuse (zum Beispiel für deinen Puder oder Rouge) und füllst es dann immer wieder mit neuen Produkt-Pads auf. Das reduziert den Verpackungsmüll drastisch. Frag gezielt nach, ob deine Lieblingsmarke solche nachfüllbare kosmetik anbietet. Es spart langfristig Geld und schont Ressourcen.
Alternative Materialien entdecken
Schau dich um nach Produkten in Glas, Aluminium oder Bambus. Eine Wimperntusche im Glas mit einem Plastikpinsel ist immer noch besser als eine komplett verklebte Plastiktube. Manche Lippenstifte kommen sogar in Papierhülsen, die du einfach kompostieren kannst. Beim Kauf von nachhaltigem lippenstift ist die Verpackung oft das erste, was du siehst.
Praktische Tipps: So tauschst du alte Produkte aus
Du stehst vor dem Problem: Was mache ich mit dem alten Zeug, das noch voll ist und nicht nachhaltig? Wegwerfen ist keine Lösung. Hier sind konkrete Schritte, wie du den Übergang sanft gestaltest.
- Nutze es auf, bevor du Neues kaufst: Der beste Weg ist, das Produkt fertig zu verwenden. Es muss nicht sofort weggeworfen werden. Wenn dein alter Lippenstift leer ist, kauf bewusst den nachhaltigen Ersatz nach.
- Schenke oder spende nicht verwendete Produkte: Wenn du ein Produkt hast, das du nie benutzt hast, das aber noch ungeöffnet ist, frag Freundinnen oder Verwandte. Manchmal haben Organisationen auch Sammelstellen für ungeöffnete Kosmetik.
- Korrekte Entsorgung von Resten: Viele Drogerien und Apotheken bieten mittlerweile Sammelstellen für Kosmetikabfälle an. Kleine Mengen an flüssigem Make-up gehören NICHT in den Abfluss, da die Inhaltsstoffe die Kläranlagen belasten. Trockene Puderreste kannst du oft im Restmüll entsorgen, aber informiere dich lokal über spezielle Sammelstellen für Kosmetik.
Die Haltbarkeit im Blick behalten
Ein häufiger Zweifel ist: Halten natürliche Produkte genauso lange? Ja, aber du musst aufpassen. Natürliche Konservierungsstoffe sind oft sanfter. Das bedeutet, du solltest Produkte, die du nur selten benutzt, schneller aufbrauchen oder besser lagern. Wenn du ein lange haltbares, aber natürliches make up suchst, achte auf Produkte mit wenig Wasseranteil (z.B. Puder oder feste Balsame) oder solche, die durch natürliche Öle konserviert werden.
Die Kaufentscheidung treffen: Wo finde ich wirklich nachhaltige Marken?
Du fragst dich, wie du die Spreu vom Weizen trennst, wenn du online nach faire und ökologische kosmetik suchst? Geh bewusst vor.
Transparenz ist der Schlüssel
Eine Marke, die wirklich Wert auf Nachhaltigkeit legt, versteckt ihre Informationen nicht. Schau auf die Webseite. Findest du leicht Informationen zur Herkunft der Inhaltsstoffe? Wird über die Lieferketten gesprochen? Gibt es eine Auflistung der verwendeten Verpackungsmaterialien? Wenn eine Firma sich Mühe gibt, dir diese Details zu liefern, ist das ein sehr gutes Zeichen. Sie haben nichts zu verbergen.
Weniger ist mehr: Die minimalistische Herangehensweise
Oft ist die nachhaltigste Wahl die, die weniger Produkte benötigt. Überlege, ob du wirklich 20 verschiedene Produkte brauchst. Vielleicht kannst du einen getönten Balsam verwenden, der gleichzeitig pflegt und leicht abdeckt. Oder du nutzt deinen Lippenbalsam auch als sanften Rouge-Ersatz. Das ist der Kern des minimalistischen make up. Weniger Kaufkraft für mehr Funktion.
Häufig gestellte fragen
ist bio make up immer nachhaltiger als konventionelles?
Nicht automatisch, aber oft ist die Wahrscheinlichkeit höher. Bio-Siegel beziehen sich primär auf den Anbau der Rohstoffe und schließen viele problematische Inhaltsstoffe aus. Dennoch musst du immer auch die Verpackung und die Transportwege berücksichtigen, um die Gesamtnachhaltigkeit zu beurteilen.
muss ich bei nachhaltigen produkten auf die haltbarkeit verzichten?
Nein, das ist ein verbreiteter Irrtum. Halte dich genau an die Angaben zum „Period After Opening“ (PAO-Symbol, das kleine Töpfchen mit der Zahl). Natürliche Produkte sind oft etwas kürzer haltbar als stark konservierte Ware, aber bei normaler Nutzung hält eine nachhaltige Foundation in der Regel mehrere Monate.
wie erkenne ich, ob eine marke tierversuchsfrei ist?
Achte auf das Leaping Bunny Siegel. Dieses ist international anerkannt und garantiert, dass weder das Endprodukt noch die einzelnen Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden. Einige Marken werben auch mit dem PETA-Siegel, was ebenfalls eine gute Orientierungshilfe darstellt.









