Du planst eine Veranstaltung, sei es eine Firmenfeier, ein Geburtstag oder eine Hochzeit, und stehst vor der Entscheidung, welches Catering du beauftragen sollst. Wahrscheinlich machst du dir Gedanken über den Geschmack, die Kosten und vor allem darüber, wie du den ökologischen Fußabdruck deines Events so klein wie möglich hältst. Die gute Nachricht: Nachhaltiges Catering ist heute keine Utopie mehr, sondern eine erreichbare Realität. Aber wo fängst du an? Und woran erkennst du wirklich einen Partner, der das Thema ernst meint und nicht nur ein paar grüne Sticker auf die Menükarten klebt?
Catering nachhaltig gestalten: Warum es wichtig ist und was es wirklich bedeutet
Wenn wir über nachhaltiges Catering sprechen, meinen wir mehr als nur biologisch angebaute Karotten. Es geht um eine Kette von Entscheidungen, die vom Einkauf über die Zubereitung bis hin zur Entsorgung reichen. Du siehst die Herausforderungen: Tonnenweise Müll, unnötig lange Transportwege und Lebensmittel, die verschwendet werden. Diese Gedanken begleiten viele, die eine Veranstaltung organisieren. Du möchtest deinen Gästen etwas Gutes bieten, aber gleichzeitig verantwortungsvoll handeln.
Nachhaltigkeit im Catering umfasst drei zentrale Bereiche, die du bei deiner Auswahl im Blick behalten solltest:
- Ökologie: Wie werden Ressourcen geschont? Geht es um regionale Produkte, Abfallvermeidung und Energieverbrauch?
- Soziales: Wie sind die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter? Werden faire Löhne gezahlt und lokale Betriebe unterstützt?
- Ökonomie: Ist das Geschäftsmodell langfristig tragfähig, ohne auf Kosten der Umwelt oder sozialer Standards zu gehen?
Dein Ziel ist es, einen Caterer zu finden, der diese Punkte nicht nur kennt, sondern aktiv in seinen täglichen Abläufen umsetzt. Das ist der Schlüssel für dein umweltfreundliches Catering.
Die Suche nach dem richtigen Partner: Worauf du achten musst
Der Markt ist groß, und jeder verspricht viel. Wenn du gezielt nach nachhaltigem Eventcatering suchst, musst du tiefer graben. Frag nicht nur, ob sie Bio-Produkte anbieten, sondern wie tief diese Philosophie in ihrem Betrieb verankert ist.
Transparenz beim Einkauf und bei den Zutaten
Die Herkunft der Lebensmittel ist ein riesiger Faktor. Wenn ein Caterer nur selten regionale Produkte nutzt, schleichen sich schnell lange Transportwege ein. Lass dir genau erklären, woher die Hauptzutaten kommen.
Stelle diese konkreten Fragen:
- Welche Kriterien nutzt du bei der Auswahl deiner Lieferanten? Bevorzugst du Höfe aus der Region?
- Wie hoch ist der Anteil an saisonalen Lebensmitteln auf deiner Standardkarte?
- Bietest du fleischlose Optionen an, die nicht nur als Beilage dienen, sondern vollwertige Hauptgerichte sind? Fleischproduktion verursacht oft einen großen CO2-Fußabdruck.
gezieltes catering mit wenig müll beginnt beim einkauf.
Ein guter Hinweis ist, wenn der Caterer saisonale Menüs anbietet, die sich häufig ändern. Das zeigt, dass er flexibel auf das Angebot der Bauern reagiert und nicht starr auf Importware setzt.
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Abfallmanagement und Mehrwegsysteme
Was passiert mit dem Essen, das übrig bleibt? Und wie wird das Geschirr gehandhabt? Das ist oft der Bereich, in dem viel schiefgeht und unnötiger müllvermeidung beim catering ignoriert wird.
Achte auf folgende Punkte beim Geschirr:
- Wird echtes Geschirr und Besteck verwendet, oder kommen Einweglösungen zum Einsatz? Wenn ja, welche Materialien?
- Gibt es ein funktionierendes Pfandsystem für Behälter und Thermoboxen?
Beim Thema Lebensmittelverschwendung ist Ehrlichkeit gefragt. Frage nach, wie mit Resten umgegangen wird. Seriöse Anbieter arbeiten eng mit Organisationen zusammen, die überschüssige, aber noch gute Speisen abholen und verteilen. Oder sie haben einen Plan, diese Reste kreativ am nächsten Tag weiterzuverarbeiten. Wenn der Caterer nur sagt, dass Reste „entsorgt“ werden, ist das ein Warnsignal.
Getränke und Wasser: Der unterschätzte Faktor
Oft wird das Catering nur auf das Essen reduziert, aber Getränke machen einen großen Teil des logistischen Aufwands aus. Viele Unternehmen fahren Kistenweise Wasser in Plastikflaschen an. Das ist schwer und verursacht unnötigen Transportaufwand.
Dein nachhaltiger Caterer setzt auf:
- Lokale oder regionale Säfte und Biere.
- Leitungswasser, das gefiltert und mit frischen Früchten oder Kräutern aufgewertet wird (Infused Water). Das ist oft erfrischender und spart Unmengen an Verpackungsmüll.
Tipps für dein eigenes nachhaltiges Eventkonzept
Du kannst auch aktiv mit deinem Caterer zusammenarbeiten, um das ökologische buffet perfekt zu machen. Deine Entscheidungen als Veranstalter haben großen Einfluss.
Die richtige Größe der Portionen planen
Plane realistisch, wie viele Gäste kommen. Jede unnötige Portion, die zubereitet wird, ist potenzieller Müll oder unnötige Ressourcennutzung. Wenn du eine Zusage von 90 % der Eingeladenen hast, gib lieber 95 Portionen in Auftrag, anstatt 110, falls doch noch kurzfristig jemand kommt. Kommuniziere klar mit dem Caterer über die erwartete Gästezahl und sei bereit, kurzfristig nachzubestellen, anstatt auf Vorrat kochen zu lassen.
Nützliche Websites
Verstehe Catering nachhaltig besser durch diese Sammlung von Artikeln.
Die Speisenauswahl bewusst treffen
Wenn du ein großes Buffet anbietest, wähle lieber wenige, dafür aber qualitativ hochwertige Gerichte. Ein Überangebot verleitet Gäste dazu, mehr zu probieren, als sie essen können, was die Abfallmenge erhöht. Weniger Auswahl bedeutet oft weniger Reste.
Denke auch an die Anreise des Caterers. Bei kleineren Veranstaltungen im Umland solltest du prüfen, ob der Caterer Anfahrtskosten und Zeitaufwand für eine weite Strecke in Rechnung stellt, die ökologisch nicht sinnvoll ist. Manchmal ist es besser, einen sehr guten, lokalen Anbieter zu wählen, auch wenn dessen Menüvorschläge nicht zu 100 % deine Traumvorstellung treffen, als einen externen Spezialisten mit großem logistischem Aufwand zu importieren.
Kommunikation ist der Schlüssel für nachhaltiges Catering
Sei offen und ehrlich mit dem Caterer über deine Prioritäten. Wenn dir umweltfreundliche verpflegung für dein unternehmen wichtig ist, sage das direkt. Gute Dienstleister freuen sich über Kunden, die ihre Bemühungen wertschätzen und bereit sind, eventuell kleine Aufpreise für faire oder Bio-Zutaten zu akzeptieren.
Frage nach Zertifikaten, aber verlasse dich nicht nur darauf. Ein Bio-Siegel ist gut, aber die ganzheitliche Betrachtung des Betriebes ist besser. Ein Caterer, der Wert auf faire Löhne legt und seine Mitarbeiter gut behandelt, leistet ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit.
Umgang mit Zweifeln: Ist das wirklich teurer?
Die größte Sorge vieler Veranstalter ist der Preis. Viele denken, nachhaltig essen gehen oder verpflegt werden kostet automatisch ein Vermögen. Das stimmt so nicht immer.
Hochwertige, regionale Produkte haben ihren Preis. Das ist unbestreitbar. Aber du sparst oft an anderer Stelle. Wenn du zum Beispiel auf teure Importware verzichtest und stattdessen kreative, saisonale Gemüsegerichte anbietest, kannst du die Kosten ausgleichen. Zudem sparst du eventuell bei der Entsorgung von Einwegmaterial, wenn du auf Mehrweggeschirr setzt.
Betrachte die Kosten als Investition in die Qualität und die Botschaft, die du senden möchtest. Deine Gäste merken, wenn das Essen frisch und gut durchdacht ist. Dieses positive Gefühl ist oft mehr wert als das günstigste Standardbuffet.
Häufig gestellte fragen
wie erkenne ich greenwashing beim catering?
Achte auf Details, nicht auf schöne Worte. Wenn der Caterer nur von Nachhaltigkeit spricht, aber auf dem Buffet viel Einwegplastik zu sehen ist, ist das ein Zeichen für Greenwashing. Frage nach Zahlen: Wie viele Kilometer legen die Zutaten im Schnitt zurück? Welche Mülltrennungssysteme nutzt der Betrieb vor Ort? Wenn konkrete, messbare Antworten fehlen, sei vorsichtig.
sollte ich immer bio-zertifiziertes catering wählen?
Bio-Zertifikate sind ein starkes Signal für Qualität und ökologischen Anbau. Es ist jedoch nicht der einzige Weg zu nachhaltigem Catering. Ein kleiner Hofladen, der seine Produkte regional und ohne Pestizide anbaut, aber keine teure Bio-Zertifizierung besitzt, kann eine ebenso nachhaltige Wahl sein. Wichtig ist die Nähe und die Anbauweise, nicht nur das Siegel.
lohnt sich ein vegetarisches menü für ein nachhaltiges event?
Ja, oft lohnt es sich sehr. Pflanzliche Gerichte haben meist einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck als Fleischgerichte, insbesondere bei Rindfleisch. Wenn du deinen Gästen mindestens eine kreative, spannende vegetarische oder vegane Hauptoption anbietest, reduzierst du den ökologischen Druck deines gesamten Caterings erheblich. Das ist ein einfacher, wirksamer Schritt.









