Abschminken nachhaltig

Timo van Loon

Abschminken nachhaltig

Lesezeit 5 Minuten

Du stehst vor dem Spiegel. Der Tag war lang, das Make-up sitzt immer noch fest, und eigentlich möchtest du nur noch ins Bett. Aber da ist dieses leise mulmige Gefühl: Die Einweg-Abschminktücher, die du bisher benutzt hast, fühlen sich einfach nicht mehr richtig an. Du fragst dich, wie du das Abschminken nachhaltiger gestalten kannst, ohne dass es kompliziert wird oder deine Haut darunter leidet. Das ist eine super wichtige Frage, die sich immer mehr Menschen stellen. Lass uns gemeinsam schauen, wie du deine Abendroutine umweltfreundlicher gestaltest. Es ist einfacher, als du vielleicht denkst, und deine Haut wird es dir danken.

Warum weniger Müll beim Abschminken wichtig ist

Jeden Abend werfen Millionen von Menschen Abschminktücher oder Wattepads in den Müll. Diese Produkte landen auf der Mülldeponie, und selbst wenn sie biologisch abbaubar sind, brauchen sie oft lange, um sich zu zersetzen. Hinzu kommt die Umweltbelastung durch die Herstellung dieser Einwegprodukte. Du suchst nach Wegen, wie du bewusst konsumierst und deinen ökologischen Fußabdruck verkleinst. Nachhaltiges Abschminken bedeutet nicht, dass du auf Reinheit verzichten musst. Es geht darum, langlebige, wiederverwendbare Alternativen zu finden und die richtigen Produkte auszuwählen.

Die Umstellung auf wiederverwendbare Helfer

Der erste und vielleicht wichtigste Schritt beim nachhaltigen Abschminken ist der Wechsel von Einweg zu Mehrweg. Vergiss die Rolle Wattepads. Du brauchst jetzt etwas, das du waschen und immer wieder benutzen kannst. Das spart nicht nur Müll, sondern auf lange Sicht auch Geld. Schaue nach weichen Waschlappen oder speziellen Abschminkpads, die oft aus Bambusviskose oder Bio-Baumwolle bestehen. Diese Materialien sind sanft zu deiner Gesichtshaut, auch wenn du täglich starkes Make-up trägst.

Praxis-Tipp: Kaufe dir ein Set von etwa zehn bis zwölf dieser wiederverwendbaren Pads. So hast du immer frische zur Hand, während die anderen in der Wäsche sind. Lege die benutzten Pads nach Gebrauch einfach in einen kleinen Wäschesack oder direkt in die Wäschetonne. Sie brauchen keine spezielle Behandlung vor dem Waschen.

Die Wahl der richtigen Abschminkprodukte

Neben den mechanischen Helfern spielt auch die Flüssigkeit oder Creme, die du zum Lösen des Make-ups verwendest, eine große Rolle. Viele herkömmliche Produkte enthalten Inhaltsstoffe, die nicht ideal für die Umwelt sind, oder sie erfordern sehr viel Reibung, wenn du sie mit Einwegprodukten nutzt. Wenn du auf nachhaltige Kosmetik umsteigst, achtest du auf wenige, dafür aber effektive Inhaltsstoffe.

Abschminken nachhaltigÖle als sanfte und effektive Lösung

Viele Menschen schwören auf die Ölreinigung, auch bekannt als „Oil Cleansing Method“. Dieses Prinzip ist genial, denn Fett löst Fett. Mascara, Foundation und selbst wasserfester Eyeliner lassen sich damit mühelos entfernen. Du brauchst nur eine kleine Menge Öl und deine Hände oder eben die wiederverwendbaren Pads.

Welche Öle eignen sich gut für die Make-up-Entfernung? Hier sind einige Favoriten, die du pur verwenden kannst:

  • Mandelöl: Sehr sanft, gut für empfindliche Haut geeignet. Es zieht schnell ein und hinterlässt kaum einen fettigen Film.
  • Jojobaöl: Dieses Öl ähnelt dem natürlichen Hauttalg und hilft, die Poren zu klären. Es ist ein guter Allrounder.
  • Olivenöl: Ein Klassiker aus der Küche, der auch im Bad funktioniert. Es ist reichhaltig und pflegend.

Wenn du den Ölwechsel vollziehst, denk daran: Du brauchst nur wenige Tropfen für das ganze Gesicht. Das ist wahnsinnig ergiebig und schont deinen Geldbeutel.

Reinigungstücher adé: Was tun bei wasserfestem Make-up?

Du fragst dich vielleicht, wie du hartnäckiges, wasserfestes Make-up nachhaltig entfernen kannst. Hier greifen viele zum Kompromiss der Reinigungstücher, aber das muss nicht sein. Eine gute Methode ist die Kombination aus Öl und einem warmen Waschlappen.

  1. Gib zwei bis drei Tropfen deines gewählten Öls in deine Handflächen und verteile es sanft im trockenen Gesicht. Massiere es gründlich ein, besonders auf den Augen.
  2. Fülle eine kleine Schüssel mit warmem (nicht heißem!) Wasser. Tauche einen deiner weichen Baumwoll- oder Bambuslappen ein und wringe ihn leicht aus.
  3. Lege den warmen, feuchten Lappen für einen Moment auf die geschminkten Stellen, besonders auf die Augenlider. Der Dampf und die Wärme helfen, das Make-up zu lösen.
  4. Wische das Make-up vorsichtig und ohne zu reiben ab. Wiederhole diesen Schritt mit einem frischen, warmen Tuch, bis das Make-up verschwunden ist.

Diese Methode ist sehr schonend und hinterlässt oft schon eine leichte Basisreinigung, sodass du danach nur noch eine sanfte Reinigungsmilch oder einen milden Schaum verwenden musst, um Ölreste zu entfernen. Das ist die nachhaltige Doppelte Reinigung, die Profis empfehlen.

Nachhaltigkeit bei festen Kosmetikprodukten

Wenn du wirklich den nächsten Schritt gehen möchtest, schau dir feste Kosmetikprodukte an. Denk an Shampoo-Bars oder Duschseifen – das Prinzip lässt sich auf die Gesichtsreinigung übertragen. Es gibt feste Reinigungsbars oder feste Reinigungspaletten, die nur durch den Kontakt mit Wasser aktiviert werden.

Der Vorteil liegt auf der Hand: keine Plastikverpackung, oft natürliche Inhaltsstoffe und sehr lange Haltbarkeit. Diese Bars sind ideal für Reisen, da du keine Flüssigkeiten mit dir führst. Achte beim Kauf darauf, dass der Bar Seifen-frei ist, wenn deine Haut dazu neigt, auszutrocknen. Viele dieser Produkte basieren auf milden Tensiden (Waschsubstanzen) aus Kokosöl.

Auf die Inhaltsstoffe achten: Der Blick hinter die Liste

Nachhaltig abschminken bedeutet auch, dass die Produkte, die du benutzt, rückstandsfrei in die Umwelt zurückkehren können. Vermeide Produkte, die Mikroplastik enthalten. Mikroplastik ist heute zwar in vielen Gesichtswaschmitteln verboten, aber es versteckt sich immer noch in manchen Formulierungen. Achte auch auf Silikone. Sie sorgen zwar für ein sofort glattes Gefühl, lagern sich aber auf der Haut ab und sind schwer biologisch abbaubar.

Wenn du Produkte kaufst, die speziell für die „Zero Waste Make-up Entfernung“ beworben werden, sind die Chancen hoch, dass sie auf natürliche Öle und Fette setzen und in Glas- oder Aluminiumtiegeln verpackt sind. Das sind gute Anhaltspunkte, wenn du dich im Laden umsiehst.

Die Pflege danach: Nicht weniger wichtig

Wenn du dein Make-up entfernt hast, ist deine Haut sauber – aber möglicherweise auch gereinigt. Besonders die Ölreinigung hinterlässt einen feinen Schutzfilm. Jetzt kommt die Pflege ins Spiel, die ebenfalls nachhaltig sein kann.

Statt vieler verschiedener Cremes kannst du vielleicht auf ein reichhaltiges, aber leichtes Gesichtsöl umsteigen, das du nach der Reinigung aufträgst. Wenn du nur noch ein Produkt für die Pflege nutzt, reduzierst du automatisch Verpackungsmüll und unnötige Inhaltsstoffe.

Denke auch darüber nach, Produkte zu nutzen, die mehrere Funktionen erfüllen. Eine reichhaltige Körperbutter kann manchmal auch als Nachtpflege für sehr trockene Gesichtspartien dienen. Weniger Produkte, mehr Nutzen – das ist ein Kernprinzip des nachhaltigen Lebens.

Häufig gestellte fragen

wie oft soll ich meine wiederverwendbaren abschminkpads waschen?

Es ist am hygienischsten, die Pads nach jedem Gebrauch in einen Wäschesack zu geben. Sammle sie dort und wasche sie einmal pro Woche bei 40 oder 60 Grad mit deinem normalen Waschmittel. So bleiben sie sauber und halten lange.

kann ich auch kokosöl zum abschminken verwenden?

Ja, Kokosöl funktioniert sehr gut, besonders bei wasserfester Mascara. Bedenke nur, dass Kokosöl bei kühleren Temperaturen fest wird. Massiere es daher erst sanft in deinen Händen an, damit es flüssig wird, bevor du es ins Gesicht gibst. Es kann bei manchen Menschen die Poren verstopfen, probiere es vorsichtig aus.

ist selbstgemachtes abschminkwasser besser für die umwelt?

Selbstgemachtes ist oft besser, weil du die Inhaltsstoffe kontrollierst und Plastik vermeidest. Du kannst zum Beispiel Wasser mit etwas Aloe Vera Gel und ein paar Tropfen eines milden Gesichtsöls mischen. Fülle diese Mischung in eine Glasflasche mit Sprühkopf um, um sie leichter dosieren zu können.

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