Du stehst vor dem alljährlichen Dilemma: Die Vorweihnachtszeit naht, und damit auch die Frage nach dem Adventskalender. Vielleicht hast du das Gefühl, dass die Fülle an Plastik und Einwegmüll, die jedes Jahr entsteht, einfach nicht mehr zu dir passt. Oder dein Kind wünscht sich diesen einen Kalender, der gefühlt nur aus unnötigem Kram besteht. Genau hier setzt die Idee des nachhaltigen Adventskalenders an. Es geht nicht darum, Verzicht zu üben, sondern darum, die Vorweihnachtszeit bewusster und erfüllender zu gestalten. Lass uns gemeinsam schauen, wie dein eigener, umweltfreundlicher Adventskalender aussehen kann, der Freude macht, ohne ein schlechtes Gewissen zu hinterlassen.
Warum ein nachhaltiger adventskalender eine gute Idee ist
Die konventionellen Kalender verursachen oft unnötigen Abfall. Denk an die kleinen Plastikverpackungen, die nach einmaligem Öffnen im Müll landen, oder die billig produzierten Spielzeuge, die nach dem Fest verschwinden. Wenn du dir einen nachhaltigen Adventskalender wünschst, möchtest du vielleicht anders mit Konsum umgehen. Du suchst nach Alternativen, die langlebig sind, die Gemeinschaft fördern oder einfach nur besser für die Umwelt sind. Das Ziel ist klar: Weniger Müll, mehr Sinnhaftigkeit in den 24 Tagen vor Weihnachten.
Die drei säulen der nachhaltigkeit beim adventskalender
Nachhaltigkeit ist ein weites Feld. Beim Kalender kannst du dich auf drei Hauptbereiche konzentrieren, um eine gute Entscheidung zu treffen:
- Wiederverwendbarkeit: Kann die Verpackung oder der Kalender selbst im nächsten Jahr wieder genutzt werden? Das ist der einfachste Weg, Müll zu vermeiden.
- Material und Herkunft: Stammen die Materialien aus fairem Handel oder Recycling? Ist der Inhalt biologisch abbaubar oder aus Naturmaterialien?
- Inhalt statt Masse: Geht es mehr um Erlebnisse, Zeit oder Wissen statt um materielle Dinge? Weniger ist oft mehr.
praktische ideen für deinen selbstgemachten nachhaltigen adventskalender
Die schönsten Kalender sind oft die, die du selbst gestaltest. Das gibt dir volle Kontrolle über Inhalt und Optik. Keine Sorge, es muss nicht kompliziert sein. Selbst wenn du wenig Zeit hast, gibt es einfache Lösungen, um einen tollen, umweltfreundlichen Adventskalender zu basteln.
wiederverwendbare systeme für jahrelange freude
Wenn du einmal investierst, sparst du jedes Jahr Arbeit und Material. Solche Kalender sind oft eine wunderschöne Dekoration.
- Der stoffbeutel-kalender: Kaufe 24 kleine Stoffbeutel (aus Baumwolle oder Leinen). Du kannst diese mit Zahlen bestempeln oder besticken. Nach Gebrauch wäschst du sie und lagerst sie bis zum nächsten Dezember. Sie eignen sich perfekt für kleine Geschenke oder selbstgemachte Leckereien.
- Kleine dosen oder gläser: Alte Marmeladengläser oder kleine Metallboxen lassen sich hervorragend bekleben oder bemalen. Sie sind robust und bieten Platz für größere Überraschungen. Achte darauf, die Deckel gut zu verschließen, falls du sie mit Lebensmitteln füllst.
- Papprollen-türme: Nutze leere Küchenpapier- oder Toilettenpapierrollen. Klebe sie zu einem Turm zusammen und verschließe die Enden mit einem Stück festem Papier, das täglich aufgerissen werden kann. Das ist super günstig und vollständig recycelbar.
VIDEO: Adventskalender gnstig selbst befllen und selber machen: 24 selbstgemachte DIY Ideen | TRYTRYTRY
nachhaltige befüllung: was kommt rein?
Das Befüllen ist der spannende Teil. Hier kannst du bewusst entscheiden, ob du Dinge kaufst oder schenkst, die wirklich einen Mehrwert bieten. Denk daran: Es geht nicht darum, jeden Tag ein neues Teil zu schenken, sondern um die Vorfreude.
für kinder: sinnvolle beschäftigung statt plastikspielzeug
Kinder freuen sich oft mehr über eine gemeinsame Aktivität als über ein weiteres Spielzeug. Wenn du einen nachhaltigen adventskalender für dein Kind planst, probiere diese Füllungen:
- Bastelmaterial: Jeden Tag ein Teil für ein größeres Projekt. Beispielsweise am 1. Dezember ein Stück Filz, am 2. Dezember eine Schnur, am 3. Dezember eine Nadel – am 24. Dezember ist das selbstgenähte Stofftier fertig.
- Samenbomben oder Blumensamen: Ideal für den Start ins neue Gartenjahr. Das passt wunderbar in die dunkle Jahreszeit, da es Vorfreude auf den Frühling weckt.
- Kleine bücher oder hörspiel-codes: Statt 24 Mini-Bücher zu kaufen, verstecke kleine Gutscheine für das Ausleihen eines Buches aus der Bibliothek oder einen Link zu einem kostenlosen, kurzen Hörspiel.
- Naturfunde: Glatt geschliffene Steine, schöne Tannenzapfen oder getrocknete Zitronenscheiben, die du selbst vorbereitet hast.
für erwachsene: genuss und bewusstsein
Auch für Erwachsene muss der nachhaltige adventskalender kein Verzicht sein, sondern eine Chance, hochwertige Produkte kennenzulernen oder tägliche Rituale zu pflegen.
- Kaffee oder tee-proben: Fülle die Türchen mit fair gehandelten Kaffeebohnen aus kleinen Röstereien oder besonderen Teesorten. Das ist ein täglicher Genussmoment.
- DIY-kosmetik zutaten: Anstelle von fertigen Cremes kannst du Zutaten für selbstgemachte Lippenbalsame oder Körperpeelings verstecken (z. B. Sheabutter, Bienenwachs, ätherische Öle).
- Gutscheine für zeit: Schreibe auf kleine Zettel Gutscheine, die du selbst einlöst: „Gutschein für eine gemeinsame Stunde Brettspiel“, „Gutschein für ein gemeinsames Abendessen kochen“, „Gutschein für einen ausgiebigen Spaziergang“. Das ist echtes, immaterielles Schenken.
- Lokale Spezialitäten: Kaufe kleine Mengen lokaler Honig, Marmelade oder selbstgemachte Pralinen von einem kleinen Betrieb in deiner Nähe.
die alternative: fertige, ethische adventskalender kaufen
Manchmal fehlt einfach die Zeit, alles selbst zu basteln. Auch dann gibt es gute, fertige Optionen. Wichtig ist hier, genau hinzuschauen, denn nicht alles, was als „grün“ beworben wird, ist es auch. Du suchst nach einem zertifizierten, nachhaltigen adventskalender, der wirklich überzeugt.
Unverzichtbare Quellen
Entdecke essenzielle Quellen, die wir zu Nachhaltige Adventskalender: DIY-Ideen für umweltbewusste Weihnachten gesammelt haben.
worauf du beim kauf achten musst
Wenn du einen gekauften Kalender wählst, prüfe diese Punkte, bevor du ihn kaufst:
- Verpackungsmaterial: Ist der Karton aus Graspapier oder recycelter Pappe? Ist die innenliegende Folie vermeidbar oder besteht sie aus kompostierbarem Material? Ein guter Tipp: Suche nach Kalendern, bei denen die einzelnen Kammern aus Pappe statt Plastik sind.
- Zertifizierungen: Achte auf Siegel wie Fairtrade, Bio (z. B. EU-Bio-Siegel) oder Siegel von Organisationen, die sich für soziale Standards einsetzen. Diese geben dir eine gewisse Sicherheit bezüglich der Herkunft und der Inhaltsstoffe.
- Inhalt: Sind die Produkte langlebig? Wenn es Lebensmittel sind, sind sie fair oder regional produziert? Ein Kalender mit nachhaltigem Tee oder hochwertiger Schokolade (ohne Palmöl) ist meist besser als einer mit Wegwerfartikeln.
beispiele für thematische kaufkalender
Viele kleine Unternehmen haben den Trend erkannt und bieten tolle Alternativen an. Manchmal findest du Kalender mit ökologischen Kosmetikprodukten, fairen Gewürzen oder sogar mit Werkzeugen für Hobbygärtner. Recherchiere gezielt nach „Adventskalender plastikfrei“ oder „Adventskalender mit echtem Mehrwert“. Oft sind diese Produkte zwar etwas teurer, aber du kaufst dafür Qualität und unterstützt faire Produktionsketten.
vom konsum zur vorfreude: die einstellung ändern
Der wichtigste Schritt zum nachhaltigen Adventskalender ist die innere Haltung. Es geht darum, die Zeit der Erwartung wieder in den Mittelpunkt zu rücken. Vielleicht bemerkst du, dass du gerade bei den Kindern oft in die Falle tappst, sie mit Dingen „abzulenken“, die sie gar nicht brauchen.
Ein nachhaltiger Adventskalender zwingt dich dazu, dir für jeden Tag etwas Besonderes zu überlegen. Das ist eine Investition in deine eigene Kreativität und deine Beziehung zu den Beschenkten. Du merkst schnell: Die größten Freuden kommen oft nicht durch das, was im Türchen liegt, sondern durch das Ritual des Öffnens selbst.
Wenn du zum Beispiel einen selbstgebastelten Kalender mit Aufgaben füllst – wie „Backe heute Plätzchen zusammen“ oder „Schreibe einen Brief an eine liebe Person“ – dann schenkst du etwas, das bleibt: Erinnerungen und gemeinsame Zeit. Das ist die beste Form der Nachhaltigkeit, die du schenken kannst.
häufig gestellte fragen
was, wenn ich keine zeit zum basteln habe?
Wenn die Zeit knapp ist, suche gezielt nach Anbietern, die bereits wiederverwendbare Kalenderboxen verkaufen. Diese kannst du dann jedes Jahr schnell mit selbstgebackenen Plätzchen oder saisonalen Kleinigkeiten befüllen. Das ist ein guter Kompromiss zwischen Selbstgemachtem und gekauftem Grundgerüst.
sollte der adventskalender für mein kind immer thematisch sein?
Nein, muss er nicht. Wichtiger ist, dass der Inhalt den Interessen deines Kindes entspricht und du auf umweltfreundliche Materialien achtest. Wenn dein Kind Dinosaurier liebt, schenke lieber einen wiederverwendbaren Stoffbeutel, in den du jeden Tag ein kleines, gut recherchiertes Dinosaurier-Buch oder eine passende Sammelfigur aus Holz packst.
lohnt sich der aufwand für einen wiederverwendbaren kalender?
Auf lange Sicht definitiv. Rechnet man die Kosten und den Müll von vier oder fünf Wegwerfkalendern zusammen, sparst du mit einer einmaligen Investition in einen schönen Stoff- oder Holzkalender bares Geld und vermeidest deutlich mehr Müll. Zudem hast du jedes Jahr eine liebevolle Tradition, die du einfach nur neu befüllen musst.









