Nachhaltig events

Timo van Loon

Nachhaltig events

Lesezeit 4 Minuten

Du planst ein Event? Vielleicht eine Hochzeit, eine Firmenfeier oder eine kleinere Konferenz? Und während du dich auf die tolle Stimmung freust, nagt da dieses Gefühl: Wie gestalte ich das Ganze so, dass es nicht unnötig viel Müll produziert oder Ressourcen verschwendet? Das Thema „nachhaltig events“ klingt oft kompliziert, nach teuren Spezialanbietern oder unnötigen Einschränkungen. Ich verstehe diese Sorge total. Du willst ein gelungenes Fest, aber gleichzeitig ein gutes Gewissen haben. Genau dafür bin ich hier. Wir gehen das Schritt für Schritt durch. Es ist einfacher, als du denkst, wenn man die richtigen Stellschrauben kennt.

Die Grundlagen verstehen: Was bedeutet ein nachhaltiges Event überhaupt?

Bevor wir ins Detail gehen, lass uns kurz klären, worüber wir sprechen. Ein nachhaltiges Event zu organisieren bedeutet, die negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft so gering wie möglich zu halten. Es geht nicht darum, perfekt zu sein – das schafft niemand. Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen. Denke an den gesamten Lebenszyklus deines Events: von der Einladung über die Anreise bis zur Mülltrennung am Schluss. Dein Ziel ist es, ökologisch und sozial verantwortlich zu handeln. Das ist der Kern, um wirklich dein Event nachhaltig zu gestalten.

Nachhaltig eventsDer erste Schritt: Die Planung und das Mindset

Der größte Hebel liegt in der frühen Planung. Wenn du schon bei der Auswahl der Location oder des Caterers an Nachhaltigkeit denkst, sparst du dir später viel Stress und Umwege. Fällt dir auf, dass viele Veranstalter sofort an komplizierte Zertifikate denken? Das ist oft nicht nötig. Beginne klein und konkret. Frage dich ehrlich: Was ist mir wichtig? Geht es dir hauptsächlich darum, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, oder liegt dein Fokus auf der CO2-Bilanz der Anreise?

Hier sind ein paar Denkanstöße für den Start:

  • Zielsetzung festlegen: Bestimme, welche drei Bereiche dir am wichtigsten sind (z.B. Müll, Verpflegung, Mobilität).
  • Budget realistisch betrachten: Nachhaltigkeit muss nicht teuer sein. Oft spart man sogar Geld, wenn man auf unnötigen Schnickschnack verzichtet.
  • Team einbeziehen: Sprich offen mit allen Beteiligten – vom Dienstleister bis zu den Helfern. Wenn alle mitziehen, wird die Umsetzung viel einfacher.

Mobilität und Location: Die Basis für dein grünes Event

Die An- und Abreise deiner Gäste verursacht oft den größten Teil der Emissionen. Wenn du ein Event nachhaltig ausrichten willst, ist die Wahl der Location entscheidend. Mitten in der Stadt, gut angebunden an öffentliche Verkehrsmittel? Perfekt. Weit draußen auf dem Land ohne Parkmöglichkeiten? Das wird komplizierter.

Die Anreise umweltfreundlich gestalten

Wie bekommst du deine Gäste klimafreundlich zum Veranstaltungsort? Hier sind einige praktische Ansätze für dich:

  1. ÖPNV-Tickets anbieten: Prüfe, ob du für deine Gäste ein Kombiticket für Bus und Bahn anbieten kannst, das im Eintrittspreis enthalten ist. Viele Verkehrsverbünde bieten hierfür spezielle Tagesticket-Optionen an.
  2. Fahrgemeinschaften organisieren: Richte auf deiner Event-Website oder in der Einladung eine Plattform ein, auf der sich Gäste für Fahrgemeinschaften verabreden können. Das fördert die Gemeinschaft und reduziert Autos.
  3. Location-Wahl kritisch prüfen: Wähle Orte, die auch für Fahrradfahrer gut erreichbar sind oder Ladesäulen für E-Autos bereithalten. Das ist ein wichtiger Punkt beim Thema ökologisch verantwortungsvolle Eventplanung.

Die Wahl des Veranstaltungsortes

Achte bei der Location darauf, wie diese mit Energie umgeht. Hat sie Ökostrom? Wie wird geheizt? Ein modernes Gebäude mit guter Dämmung ist oft umweltfreundlicher als ein alter Bau, der mit Öl geheizt wird. Frage direkt nach den Energiequellen. Das ist eine der wichtigsten Fragen bei der Suche nach einem Ort für umweltfreundliche Veranstaltungen.

Catering: Weniger Müll, mehr Geschmack

Das Buffet ist oft der Punkt, an dem die meisten Probleme entstehen: Einweggeschirr, Lebensmittelreste und unnötige Verpackungen. Hier kannst du mit einfachen Entscheidungen Großes bewirken.

Geschirr und Besteck

Das ist eigentlich ein No-Go bei der Planung von Events mit geringem ökologischen Fußabdruck: Plastikgeschirr. Auch wenn es bequem erscheint, ist es eine riesige Müllquelle. Deine Lösung? Mehrweg! Miete richtiges Porzellan und Besteck. Wenn das zu aufwendig erscheint, weil die Gästeanzahl sehr dynamisch ist, frage beim Caterer nach Systemgeschirr – stabile Mehrweglösungen, die er selbst reinigt.

Die Speisenauswahl

Hier geht es um die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung und die Auswahl der Zutaten. Vegetarische und vegane Optionen sind oft ressourcenschonender. Du musst nicht komplett darauf verzichten, aber wenn du die fleischhaltigen Gerichte reduzierst, tust du etwas Gutes.

  • Regional und Saisonal: Frage nach Lieferanten aus der näheren Umgebung. Das verkürzt Transportwege enorm.
  • Mengenplanung: Sprich mit dem Caterer sehr genau über die erwartete Gästezahl. Lieber lieber etwas weniger anbieten und nachbestellen, als am Ende Berge von Essen wegwerfen zu müssen.
  • Essensreste verwerten: Frage, ob Reste an soziale Einrichtungen gespendet werden können. Nicht alle Caterer machen das standardmäßig, du musst es aktiv anfragen.

Dekoration und Material: Weniger ist mehr

Viele Events leiden unter der „Deko-Inflation“: Überall Banner, Luftballons, bedruckte Giveaways. Das kostet Geld und wird oft nach einem Tag weggeworfen. Wie sieht es mit grünen Event-Ideen aus, die ohne viel Schnickschnack funktionieren?

Dekoration, die bleibt

Setze auf Dinge, die du mehrfach verwenden kannst. Anstatt jeden Monat neue Folienbanner drucken zu lassen, investiere in langlebige, schlichte Stoffbanner, die du jedes Jahr wieder nutzen kannst. Nutze natürliche Elemente, die du wiederverwenden oder kompostieren kannst, wie zum Beispiel frische Blumen vom lokalen Gärtner anstelle von Plastikgirlanden.

Giveaways: Echter Mehrwert statt Ramsch

Hör auf, unnötige Werbegeschenke zu verteilen, die am Ende im Müll landen. Wenn du etwas verteilen möchtest, dann etwas Nützliches und Nachhaltiges. Ein Gutschein für den lokalen Bio-Laden, eine wiederverwendbare Einkaufstasche oder ein kleiner Baumsetzling sind viel besser als ein bedruckter Plastik-Kugelschreiber.

Abfallmanagement: Das Ende mit Stil

Selbst wenn du alles richtig gemacht hast, fällt Abfall an. Der entscheidende Punkt ist, wie du damit umgehst. Du musst sicherstellen, dass getrennt wird – und zwar einfach für jeden Gast verständlich.

Mülltrennung leicht gemacht

Verzichte auf ein einziges großes Müllfass am Ausgang. Das führt immer zu Fehlwürfen. Richte klare, gut gekennzeichnete Sammelstationen ein. Nutze große Behälter für Papier, Restmüll und idealerweise auch für Pfandflaschen. Mache die Beschriftung visuell: Ein Bild von einer leeren Plastikflasche über der richtigen Tonne hilft mehr als ein langer Text.

Wenn du dich mit dem Abfallmanagement auseinandersetzt, denkst du automatisch über die gesamte Lieferkette nach – das ist der beste Weg, um deine Veranstaltung umweltfreundlicher zu machen.

Häufig gestellte fragen

ist nachhaltig events immer teurer?

Nein, das stimmt so nicht. Anfangsinvestitionen für Mehrweggeschirr können höher erscheinen, aber langfristig sparst du durch den Wegfall von Einwegprodukten und durch effizientere Prozesse oft Geld. Der Fokus liegt auf Verzicht statt auf teuren Ersatz.

wie fange ich an, wenn ich keine erfahrung habe?

Fokussiere dich auf die drei größten Müllquellen: Verpflegung, Einwegartikel und Anreise. Überlege dir für jede Quelle einen einzigen, einfachen Schritt, den du dieses Mal umsetzt. Zum Beispiel: Nur noch Leitungswasser aus Spendern statt Plastikflaschen.

brauche ich spezielle zertifizierungen für mein kleines event?

Für kleine, private oder interne Feiern brauchst du keine strengen Zertifizierungen. Wichtiger ist die Dokumentation deiner Bemühungen. Wenn du transparent kommunizierst, dass du Wert auf regionale Anbieter und Müllvermeidung legst, ist das für deine Gäste oft aussagekräftiger als ein kompliziertes Siegel.

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