Nachhaltig tagen

Timo van Loon

Nachhaltig tagen

Lesezeit 5 Minuten

Du stehst vor der Organisation eines Meetings, einer Konferenz oder eines Firmenevents? Du möchtest, dass diese Veranstaltung nicht nur erfolgreich wird, sondern auch gut für unseren Planeten ist. Das ist der Gedanke hinter „nachhaltig tagen“. Vielleicht denkst du gerade: Das klingt kompliziert, teuer oder unmöglich umzusetzen. Keine Sorge. Ich nehme dich jetzt Schritt für Schritt mit und zeige dir, wie du diesen Anspruch ganz praktisch in deinen Alltag holst. Wir schauen uns an, wie du deinen nächsten Termin umweltfreundlicher gestaltest, ohne dass die Qualität leidet.

Warum nachhaltig tagen mehr als nur ein Trend ist

Wenn du eine Veranstaltung planst, entstehen automatisch Abfall, Emissionen durch Anreise und ein hoher Verbrauch an Ressourcen wie Strom und Wasser. Nachhaltig tagen bedeutet, diese Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen. Du überlegst: Welche kleinen Änderungen machen heute einen großen Unterschied für morgen?

Viele Menschen denken bei Nachhaltigkeit zuerst an Mülltrennung. Das ist ein wichtiger Teil, aber beim nachhaltigen Tagen fangen wir viel früher an, nämlich bei der Planung. Hast du schon einmal überlegt, wie viel Papier bei der Einladung draufgeht? Oder wie die Verpflegung deine CO2-Bilanz beeinflusst? Genau hier setzen wir an.

Die größten Stellschrauben beim umweltfreundlichen Event

Um dein Event wirklich nachhaltig zu gestalten, konzentriere dich auf die drei großen Bereiche, die den größten Fußabdruck hinterlassen:

  • Mobilität: Wie kommen die Teilnehmenden zum Ort des Geschehens?
  • Verpflegung: Was kommt auf den Tisch und woher stammt es?
  • Ressourcen & Material: Was wird benötigt und was bleibt danach übrig?

Wenn du diese drei Punkte im Blick behältst, hast du schon mehr erreicht als die meisten anderen Veranstalter. Lass uns diese Bereiche nun ganz konkret durchgehen.

Die Anreise umweltfreundlich gestalten

Die An- und Abreise ist oft der größte Brocken beim CO2-Ausstoß eines Events. Wenn deine Gäste weit reisen müssen, steigt die Bilanz schnell an. Hier kannst du mit einfachen Mitteln viel bewegen, wenn du deine Teilnehmenden frühzeitig informierst und Anreize schaffst. Dein Ziel ist es, die Nutzung von Autos zu reduzieren und öffentliche Verkehrsmittel zu fördern.

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Nachhaltig tagenTipps für die nachhaltige Anreise deiner Gäste

Überlege, welche Optionen du anbieten kannst, um Anreize für eine umweltfreundliche Anreise zu schaffen:

  1. Standortwahl: Wähle einen Tagungsort, der hervorragend an Bahn und öffentlichen Nahverkehr angebunden ist. Ist der Ort gut zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar? Das hilft enorm.
  2. Ticket-Optionen anbieten: Wenn du weißt, dass viele Teilnehmende aus der gleichen Region kommen, biete ihnen eine Mitfahrzentrale an. Du kannst dafür eine einfache Doodle-Umfrage nutzen oder eine Plattform dafür vorschlagen.
  3. ÖPNV-Tickets inkludieren: Prüfe, ob der Tagungsort in deiner Stadt eine Kooperation mit dem lokalen Verkehrsverbund hat. Oft lassen sich Tagestickets für den Nahverkehr im Tagungsbeitrag einschließen. Das ist ein toller Mehrwert für die Gäste und senkt die Emissionen.
  4. Virtuelle Teilnahme ermöglichen: Überlege bei internen Meetings oder Schulungen, ob manche Einheiten auch online stattfinden können. Jeder, der nicht fährt, spart Emissionen.

Nachhaltige Verpflegung: Essen mit gutem Gewissen

Die zweite große Säule ist das Catering. Hier geht es um weit mehr als nur Bio-Qualität. Es geht um Saisonalität, Regionalität und vor allem darum, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Wenn du ein Catering für nachhaltige Tagungen auswählst, achte auf diese Punkte.

Nützliche Quellen

Entdecke mehr über Nachhaltig tagen durch diese ausgewählten Links.

Weniger Fleisch, mehr Geschmack

Tierische Produkte, besonders Rindfleisch, haben einen hohen ökologischen Fußabdruck. Du musst nicht komplett auf Fleisch verzichten, aber reduziere es bewusst. Biete stattdessen kreative vegetarische oder vegane Hauptgerichte an. Viele Gäste schätzen das mittlerweile sehr und entdecken neue Geschmäcker.

Praxistipp: Setze auf Saisonalität und Regionalität. Frage deinen Caterer gezielt nach Zutaten, die gerade in deiner Region geerntet werden. Das schmeckt frischer und unterstützt lokale Betriebe.

Müllfreies Kaffee- und Wasserangebot

Stell dir vor, wie viele Einwegbecher bei einem zweitägigen Seminar durchgehen. Das ist unnötig. Wenn du plastikfreies Tagen umsetzen willst, ist die Getränkefrage zentral:

  • Biete Wasser aus großen Karaffen oder Wasserspendern an. Das spart unzählige Plastikflaschen.
  • Nutze Mehrweggeschirr und Stoffservietten. Wenn das Tagungshotel das nicht standardmäßig anbietet, frage explizit danach.
  • Biete Kaffee und Tee in Thermoskannen an und nutze Porzellantassen.

Ein oft vergessener Punkt ist das Giveaway oder die Tagungsunterlagen. Statt Plastikstiften und Hochglanzbroschüren nutze digitale Alternativen oder umweltfreundliche Materialien wie Stifte aus Recyclingpapier.

Die Wahl des richtigen Veranstaltungsortes

Der Veranstaltungsort, das Hotel oder das Tagungszentrum, spielt eine Schlüsselrolle. Viele Locations werben heute mit Nachhaltigkeitszertifikaten. Aber sei kritisch. Frage genau nach, was diese Siegel bedeuten. Geht es nur um das Management oder um den tatsächlichen Energieverbrauch?

Fragen an dein potenzielles Tagungshaus

Bevor du buchst, stelle klare Fragen, um sicherzustellen, dass der Ort deine Werte teilt. Du suchst nach einem Partner für grünes Eventmanagement:

  • Bezieht ihr euren Strom aus erneuerbaren Energien? Frage nach dem Nachweis oder dem Ökostromanbieter.
  • Wie wird mit Abfall umgegangen? Werden Küchenabfälle kompostiert?
  • Werden Reinigungsmittel verwendet, die umweltfreundlich sind?
  • Gibt es Möglichkeiten zur Müllvermeidung im Tagungsraum selbst (z.B. digitale Whiteboards statt Papier)?

Manchmal sind kleinere, inhabergeführte Locations, die auf kurze Wege und lokale Produkte setzen, nachhaltiger als große Ketten, die vielleicht ein Umweltzertifikat haben, aber trotzdem Zulieferer aus Tausenden Kilometern Entfernung nutzen.

Die digitale Transformation deiner Unterlagen

Papier verursacht Kosten, es verbraucht Ressourcen und es kostet Platz. Wenn du eine Methode für papierloses Tagen suchst, ist die Digitalisierung der Königsweg. Frage dich bei jedem Dokument: Muss das wirklich ausgedruckt werden?

Nutze Apps oder geteilte Cloud-Speicher, um Präsentationen, Agenden und Handouts zu teilen. Schicke die Informationen vorab digital an die Teilnehmenden. Wenn jemand unbedingt etwas in der Hand halten muss, biete die Möglichkeit, Dokumente vor Ort auf Recyclingpapier auszudrucken – aber nur auf Nachfrage. So vermeidest du unnötigen Druck.

Kompensation und Transparenz

Nachhaltig tagen bedeutet auch, ehrlich zu sein. Trotz aller Bemühungen wird dein Event eine gewisse Umweltbelastung haben. Das ist normal. Jetzt kommt die Kompensation ins Spiel. Das bedeutet, dass du die unvermeidbaren Emissionen ausgleichst, zum Beispiel durch Investitionen in zertifizierte Klimaschutzprojekte.

Du kannst die CO2-Bilanz deines Events berechnen lassen (viele Tagungsplaner bieten diesen Service mittlerweile an) und dann den entsprechenden Betrag an eine anerkannte Organisation spenden. Wichtig ist: Sei transparent. Teile deinen Teilnehmenden mit, was du unternommen hast und wo die Kompensation erfolgt. Das schafft Vertrauen und zeigt Verantwortungsbewusstsein.

Vergiss nicht, dass Kommunikation Teil des Erfolgs ist. Wenn du deine Bemühungen kommunizierst, motivierst du deine Gäste, ebenfalls bewusster zu handeln. Mache Nachhaltigkeit zu einem positiven Thema auf deinem Event.

häufig gestellte fragen

was ist das wichtigste beim start mit nachhaltig tagen?

Konzentriere dich zuerst auf die Anreise und die Verpflegung. Diese beiden Bereiche verursachen den größten ökologischen Fußabdruck. Kleine Änderungen, wie die Reduzierung von Fleischgerichten oder die Förderung der Bahnreise, bringen sofort große Ergebnisse. Beginne einfach und baue darauf auf.

lohnt sich der aufwand für ein kleines meeting?

Ja, jeder Schritt zählt, auch bei kleinen Treffen. Nutze Mehrweggeschirr statt Einwegplastik, bestelle nur so viel Essen, wie du wirklich brauchst, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden, und verzichte auf gedruckte Handouts. Diese Gewohnheiten helfen dir, auch bei großen Events besser zu planen.

muss ich teurer bezahlen, um umweltfreundlich zu tagen?

Nicht unbedingt. Während zertifizierte Bio-Zutaten manchmal etwas mehr kosten können, sparst du oft Geld durch die Vermeidung von Einwegmaterialien und Druckkosten. Wenn du die Fahrtkosten der Teilnehmenden durch die Nutzung des ÖPNV optimierst, kann das sogar günstiger werden. Es ist eine Umverteilung der Prioritäten, nicht zwangsläufig eine Kostenexplosion.

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