Nachhaltig abschminken: Umweltfreundliche Tipps & Produkte

Timo van Loon

Nachhaltig abschminken: Umweltfreundliche Tipps & Produkte

Lesezeit 5 Minuten

Du stehst vor dem Badezimmerschrank. Vor dir steht eine Reihe von Flaschen, Tiegeln und Tüchern. Der Tag war lang, das Make-up sitzt fest. Jetzt möchtest du es sanft entfernen, aber gleichzeitig denkst du: Muss das alles sein? Diese Frage nach dem nachhaltig abschminken beschäftigt viele. Du möchtest deine Haut pflegen, aber auch die Umwelt schonen. Das fühlt sich manchmal an wie ein Kompromiss, den man eingehen muss. Aber ich sage dir: Das muss es nicht. Es gibt einfache Wege, wie du deine Abendroutine umweltfreundlicher gestaltest, ohne auf Sauberkeit zu verzichten. Dieses Prinzip gilt übrigens nicht nur für das Abschminken, sondern auch für andere Produkte im Bad, wie zum Beispiel nachhaltiges Shampoo.

Warum überhaupt nachhaltig abschminken? Die kleinen Dinge zählen

Vielleicht hast du schon einmal von Mikroplastik in Kosmetik gehört oder dir Sorgen um die riesigen Mengen an Einwegtüchern gemacht. Das sind berechtigte Gedanken. Jedes Mal, wenn du ein Wattepad benutzt und wegwirfst, entsteht Müll. Viele dieser Produkte enthalten Inhaltsstoffe, die schlecht für Gewässer sind, oder sie bestehen aus synthetischen Materialien, die ewig brauchen, um sich zu zersetzen. Wenn du deine Gewohnheiten änderst, reduzierst du diesen Fußabdruck spürbar. Es geht nicht darum, von heute auf morgen perfekt zu sein. Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen, die deiner Haut und dem Planeten guttun.

Nachhaltig abschminken: Umweltfreundliche Tipps & ProdukteDie Müllberge vermeiden: Schluss mit Einwegprodukten

Der größte sichtbare Müllfaktor beim Abschminken sind die Einwegprodukte. Denke an die handelsüblichen Wattepads oder die feuchten Abschminktücher. Diese landen oft im Restmüll und belasten die Umwelt. Der Umstieg darauf ist der einfachste und wirksamste Schritt hin zum umweltfreundlichen Abschminken.

Was kannst du stattdessen nutzen? Das A und O sind wiederverwendbare Alternativen. Diese sehen oft aus wie kleine, flauschige Baumwolltücher. Du nutzt sie, wäschst sie in einem kleinen Wäschesäckchen bei 60 Grad und benutzt sie am nächsten Tag wieder. Das spart auf lange Sicht nicht nur Müll, sondern auch Geld. Du kaufst nur einmal ein Set und nutzt es monatelang.

Die richtige Methode für deinen Hauttyp finden

Nachhaltigkeit beginnt nicht nur beim Werkzeug, sondern auch bei den Produkten selbst. Für weitere Anregungen, wie du deine gesamte Pflegeroutine nachhaltiger gestaltest, lies unseren Beitrag zur nachhaltigen Körperpflege. Du brauchst keine drei verschiedenen Flüssigkeiten für Augen, Lippen und Gesicht. Oft reicht ein einziges, gutes Produkt, das du auf die „Öl-zieht-Öl-raus“-Methode setzt. Das ist besonders wichtig für dich, wenn du wasserfestes Make-up trägst.

VIDEO: Zero Waste im Badezimmer | Nachhaltige Krperpflege – plastikfrei und ohne Mll | Lilies Diary

Die Öl-Reinigung: Sanft und effektiv

Öle sind fantastisch, weil sie Fette binden. Make-up – besonders Foundation oder Mascara – basiert oft auf Ölen und Wachsen. Wasser allein kann das nicht lösen. Du reibst das Öl sanft in die trockene Haut ein. Du merkst, wie sich die Farbe quasi auflöst. Das ist die beste Methode, um wasserfestes Make-up nachhaltig entfernen.

Achte bei der Wahl des Öls darauf, was drin ist. Viele konventionelle Reinigungsöle enthalten Mineralöle. Diese sind zwar günstig, aber sie sind Erdölprodukte und daher nicht die nachhaltigste Wahl. Schau stattdessen nach Produkten, die auf pflanzlichen Ölen basieren, wie Mandelöl, Jojobaöl oder Olivenöl. Bio-Qualität ist hier oft ein gutes Zeichen für einen schonenderen Anbau.

Der zweite Schritt: Nachreinigung oder nur Wasser?

Nach der Ölreinigung steht oft die Frage: Muss ich jetzt noch mit Wasser und einem milden Waschgel nachreinigen? Das nennt man „Double Cleansing“ (doppelte Reinigung).

  • Wenn du sehr trockene oder empfindliche Haut hast, reicht es oft, das Öl nur gründlich mit warmem Wasser abzuwaschen. Das erhält den natürlichen Schutzfilm deiner Haut.
  • Wenn du zu Unreinheiten neigst oder stark geschminkt warst, nimm ein mildes, seifenfreies Waschgel. Aber Achtung: Wähle auch hier ein Produkt mit wenig Zusätzen und ohne aggressive Tenside (waschaktive Substanzen).

Die Suche nach den richtigen Abschminkprodukten: Was steckt drin?

Der Blick auf die Inhaltsstoffliste kann überwältigend sein. Wenn du wirklich ökologisch abschminken möchtest, solltest du auf einige Dinge verzichten, die in vielen gängigen Produkten stecken.

Interessante Links

Entdecke essenzielle Quellen, die wir über Nachhaltig abschminken: Umweltfreundliche Tipps & Produkte zusammengestellt haben.

Verzichte auf diese Inhaltsstoffe

  1. Mikroplastik: Kleine Kunststoffpartikel. Sie sind oft als Polyethylene (PE), Polypropylene (PP) oder Acrylates Copolymer deklariert. Sie dienen manchmal als Texturgeber, sind aber unnötig und landen in der Umwelt.
  2. PEG-Verbindungen: Diese sind Emulgatoren, die helfen, Öl und Wasser zu mischen. Sie können die Hautbarriere schwächen und werden oft mithilfe von Erdöl hergestellt.
  3. Aggressive Konservierungsmittel: Manche Parabene oder Formaldehyd-Abspalter sind unnötig, wenn das Produkt gut verpackt ist oder natürliche Konservierungsmethoden nutzt.

Stattdessen suchst du nach zertifizierter Naturkosmetik. Diese Siegel garantieren oft den Verzicht auf viele bedenkliche Stoffe und legen Wert auf biologische Inhaltsstoffe. Sie bieten dir eine gute Orientierung beim nachhaltigen Abschminken kaufen.

DIY: Deine Abschminklösung selbst machen

Wenn du es ganz genau wissen willst und gerne selbst mischst, kannst du deine eigene Reinigungsflüssigkeit herstellen. Das ist extrem einfach und kostet fast nichts.

Nimm eine leere Sprühflasche. Fülle sie etwa zu einem Drittel mit Wasser und zwei Dritteln mit einem leichten Pflanzenöl deiner Wahl (z.B. Sonnenblumenöl). Optional fügst du einen Teelöffel Hamameliswasser (Toner) hinzu. Fertig ist dein Zwei-Phasen-Entferner. Vor Gebrauch gut schütteln, da sich Öl und Wasser trennen. Du gibst es auf dein wiederverwendbares Pad und reinigst die Haut. So sparst du Verpackungsmüll und hast volle Kontrolle über die Inhaltsstoffe.

Der Umgang mit den wiederverwendbaren Pads

Du hast jetzt deine wiederverwendbaren Baumwolltücher. Wie hältst du sie hygienisch sauber, damit du sie lange nutzen kannst? Das ist einfacher, als du denkst.

Nach der Benutzung spülst du die Pads einmal kurz unter heißem Wasser aus, um das gröbste Make-up zu entfernen. Sammle sie dann in einem kleinen Netz oder einem offenen Korb in deinem Badezimmer. Wenn der Korb voll ist, verschließt du das Netz und gibst es in die Waschmaschine. Ein Waschgang bei 60 Grad reicht völlig aus, um Bakterien abzutöten und sie wieder sauber zu bekommen. Vermeide Weichspüler, da dieser die Saugfähigkeit der Baumwolle negativ beeinflussen kann. Diese Pads sind oft über 100 Mal waschbar.

Plastikfreie Wattepads: Der Kompromiss für unterwegs

Manchmal braucht man unterwegs doch etwas Schnelles. Auch hier gibt es Lösungen für das plastikfreie Abschminken. Suche nach Wattepads, die nicht nur aus Baumwolle, sondern aus Bambus-Baumwoll-Mischungen bestehen und komplett plastikfrei verpackt sind. Diese kannst du zwar nicht wiederverwenden, aber sie sind biologisch abbaubar und kommen ohne die synthetischen Bestandteile der herkömmlichen Pads aus.

Dein Badezimmer aufgeräumt und nachhaltig

Nachhaltiges Abschminken ist ein Prozess, der dein ganzes Badezimmer betreffen kann. Wenn du die Produkte wechselst, achte auf die Verpackung.

  • Bevorzuge Glas- oder Aluminiumverpackungen statt Plastik. Diese lassen sich besser recyceln.
  • Kaufe Nachfüllpackungen, wenn du eine Lieblings-Reinigungsseife oder ein Waschgel gefunden hast. Das reduziert den Verpackungsmüll erheblich.
  • Denke an feste Kosmetik. Feste Reinigungsbars (ähnlich einem Stück Seife) benötigen oft keine Flüssigverpackung und halten sehr lange. Sie sind ideal für Reisen und reduzieren Plastikmüll auf Null.

Jeder kleine Schritt zählt. Vielleicht fängst du heute mit den wiederverwendbaren Tüchern an. Morgen schaust du nach einem Reinigungsöl ohne Mineralöl. Übermorgen ersetzt du die Wattepads durch selbst gemachte Mischungen. Diese kleinen Veränderungen summieren sich zu einem großen Gewinn für dich und die Umwelt. Du pflegst deine Haut bewusst und reduzierst gleichzeitig deinen ökologischen Fußabdruck beim täglichen Abschminken.

häufig gestellte fragen

wo entsorge ich alte abschminktücher?

Feuchte Abschminktücher sind meist nicht biologisch abbaubar, auch wenn es darauf steht. Du wirfst sie immer in den Restmüll, da sie die Kanalisation verstopfen können. Das ist ein Hauptgrund, warum du besser auf wiederverwendbare Tücher umsteigen solltest.

ist ölreinigung gut für fettige haut?

Ja, das ist oft ein überraschender Vorteil. Öl zieht überschüssigen Talg und Unreinheiten aus den Poren an. Wenn du danach eine leichte Nachreinigung machst, kann deine fettige Haut sogar weniger produzieren, da sie nicht durch zu aggressive Reinigung ausgetrocknet wird.

wie merke ich, ob mein abschminkprodukt wirklich nachhaltig ist?

Achte auf anerkannte Naturkosmetik-Siegel wie das Cosmos Organic oder das Natrue-Siegel. Diese geben dir eine gewisse Sicherheit, dass die Inhaltsstoffe umweltfreundlich sind und auf unnötige Zusatzstoffe verzichtet wurde.

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