Du stehst vor dem Regal und siehst all diese bunten Adventskalender. Schokolade, Spielzeug, Kosmetik – die Auswahl ist riesig. Aber jedes Jahr kommt das gleiche Gefühl: Die Vorfreude ist da, aber auch der Gedanke an den ganzen Müll, der danach bleibt. Du fragst dich, wie du die schöne Tradition des Adventskalenders beibehalten kannst, ohne dabei ein schlechtes Gewissen wegen unnötigem Konsum oder Plastik zu haben. Das ist absolut verständlich. Nachhaltigkeit im Advent ist mehr als nur ein Trend. Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen, die zu deiner persönlichen Haltung passen. Lass uns gemeinsam schauen, wie dein Adventskalender dieses Jahr grün, sinnvoll und voller Freude wird.
Warum überhaupt nachhaltige adventskalender in betracht ziehen?
Der klassische Adventskalender ist oft eine kleine Müllfabrik. Plastikverpackungen, billige Massenware, die schnell kaputtgeht, und oft wenig Wertvolles hinter den Türchen. Wenn du umweltbewusst lebst, passt das einfach nicht mehr zusammen. Du suchst nach Alternativen, die Freude schenken, aber nicht auf Kosten der Umwelt gehen. Vielleicht ärgerst du dich über die Einweg-Geschenke, die dein Kind nach drei Tagen schon wieder vergessen hat. Oder du selbst wünschst dir Inhalte, die wirklich nützlich sind oder eine Geschichte erzählen.
Nachhaltige Adventskalender zu wählen bedeutet, Qualität über Quantität zu stellen. Es bedeutet, kleine Unternehmen zu unterstützen, die fair produzieren. Vor allem bedeutet es aber, dass du die Tradition neu interpretierst. Es muss nicht immer neu gekauft werden. Oft sind die besten Lösungen die, die du bereits kennst oder leicht selbst umsetzen kannst.
Die wiederverwendbare lösung: der adventskalender zum selber befüllen
Wenn du den Müllberg vermeiden willst, ist der selbst befüllbare Kalender dein bester Freund. Das ist der Klassiker unter den nachhaltigen Adventskalendern. Du kaufst einmal die Basis und benutzt sie jedes Jahr wieder. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern bietet dir auch jedes Jahr die volle kreative Freiheit.
Materialien für deinen wiederverwendbaren kalender
Es gibt unzählige Möglichkeiten, einen Basis-Kalender zu gestalten. Schau dich um, bevor du etwas Neues kaufst. Manchmal findest du tolle Sachen auf Flohmärkten oder im eigenen Keller:
- Stofftaschen: Kleine Säckchen aus Bio-Baumwolle oder Leinen. Diese kannst du einfach beschriften und jedes Jahr neu dekorieren. Sie lassen sich platzsparend lagern.
- Kleine Boxen oder Dosen: Runde Blechdosen oder kleine Holzkästchen. Diese wirken besonders hochwertig und sind stabil.
- Karton mit Tüten: Du kannst eine einfache stabile Kartonrückwand nehmen und kleine Papiertüten (unbedruckt oder aus Recyclingpapier) mit Klammern befestigen. Das ist die einfachste Upcycling-Variante.
- Naturmaterialien: Eierkartons eignen sich hervorragend für kleine Süßigkeiten oder Samen. Auch Tannenzapfen oder kleine Holzscheiben können mit Nummern versehen werden.
Der Vorteil hier: Du kontrollierst zu 100 Prozent, was drin ist. Kein unnötiger Plastikschrott, sondern nur Dinge, die wirklich Freude bereiten.
Inhalte, die wirklich zählen: ideen für deinen nachhaltigen adventskalender
Die Befüllung ist der spannendste Teil. Hier kannst du gezielt auf Nachhaltigkeit achten. Es muss nicht immer etwas Materielles sein. Erlebnisse und Selbstgemachtes haben oft den größten Wert.
VIDEO: Umweltfreundlicher Adventskalender aus Faserguss | DieMaus | WDR
Kreative befüllung für kinder
Kinder lieben es, wenn sie etwas entdecken, das sie selbst benutzen oder erleben können. Konzentriere dich auf kleine, langlebige Dinge oder Aktivitäten:
- Bastelmaterialien: Ein besonderes Stück Wolle, ein schöner Stempel, ein Block aus Recyclingpapier oder ein Bienenwachstuchstück zum Selbermachen einer kleinen Tasche.
- Samenbomben oder Blumensamen: Wenn es Frühling wird, können die Kinder die Samen in den Garten oder auf den Balkon pflanzen. Das verlängert die Freude über den Dezember hinaus.
- Aktivitäts-Gutscheine: „Heute backen wir zusammen Plätzchen“, „Wir bauen eine Höhle im Wohnzimmer“ oder „Gemeinsam Weihnachtsgeschichte lesen“. Diese Gutscheine kosten nichts, bringen aber große Nähe.
- Naturfundstücke: Schön polierte Steine, eine besondere Feder oder ein kleines Stück Treibholz, das du vielleicht im Sommer gesammelt hast.
Nachhaltige befüllung für erwachsene
Auch für Erwachsene muss es keine teure Kosmetik sein, die in unnötigen Tiegeln steckt. Denk an Alltagshilfen oder Genussmittel in Großpackungen:
- DIY-Kulturbeutel-Inhalt: Feste Seife am Stück, ein kleines Stück festes Shampoo oder ein Holz-Zahnbürstenkopf.
- Gewürze: Eine kleine Menge seltenes Gewürz (z.B. echter Safran oder besondere Vanilleschoten) in einem kleinen Papierbeutel.
- Tee- oder Kaffee-Proben: Kleine Mengen Fair-Trade-Kaffee oder besonderer Kräutertee aus der Apotheke oder dem Unverpackt-Laden.
- Kultur-Tickets: Ein Gutschein für einen gemeinsamen Kinobesuch im Januar oder eine Eintrittskarte für ein kleines lokales Konzert.
Adventskalender selber machen: der ökologische anspruch an die inhalte
Wenn du dich für den selbst befüllbaren Kalender entscheidest, kommt die nächste Herausforderung: die Befüllung so ökologisch wie möglich zu gestalten. Viele Lebensmittel sind doppelt verpackt, selbst wenn sie klein sind.
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- Nachhaltige Adventskalender: Zum selber basteln oder kaufen
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Einkaufen ohne viel verpackung
Nutze die Möglichkeit, in Unverpackt-Läden einzukaufen. Dort kannst du kleine Mengen Nüsse, Trockenfrüchte oder Schokolade in deine mitgebrachten Stoffbeutelchen abfüllen. Das ist der beste Weg, um Müll zu vermeiden, wenn du Lebensmittel schenken möchtest.
Achte beim Kauf auf Siegel. Wenn du doch etwas kaufen musst, such nach Produkten mit anerkannten Bio-Siegeln oder Fair-Trade-Zertifizierungen. Das ist zwar keine Garantie für 100%ige Nachhaltigkeit, aber es zeigt, dass sich der Hersteller um bessere Standards bemüht hat.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Regionalität. Ist der Inhalt lokal hergestellt? Ein Glas Honig vom Imker um die Ecke ist ökologisch sinnvoller als eine Schokolade aus Übersee, selbst wenn die Schokolade Fair Trade ist. Der Transportweg zählt beim Thema Nachhaltigkeit auch enorm.
Die kompromiss-lösung: fertige nachhaltige adventskalender
Nicht jeder hat Zeit oder Lust, 24 kleine Dinge selbst zu sammeln und zu verpacken. Das ist okay. Auch fertige, nachhaltige Adventskalender gibt es mittlerweile zu kaufen. Hier ist es wichtig, genau hinzuschauen, denn nicht alles, was „grün“ klingt, ist es auch.
Worauf du bei gekauften kalendern achten musst
Lies die Beschreibung genau durch. Der Hersteller sollte transparent darlegen, woher die Inhalte stammen und wie die Verpackung gestaltet ist. Achte auf folgende Punkte:
- Verpackungsmaterial: Ist die Außenschale aus Recyclingkarton? Werden Füllmaterialien (wie Plastikfolie) vermieden? Ideal sind Kalender, die komplett plastikfrei sind und sogar auf bedrucktes Papier verzichten oder nur ökologische Farben nutzen.
- Inhalt und Herkunft: Bietet der Kalender eine klare Geschichte? Geht es um fairen Handel, lokale Produkte oder um plastikfreie Alternativen (z.B. Zero-Waste-Kosmetik)?
- Wiederverwendbarkeit der Hülle: Viele hochwertige Kalender sind so gestaltet, dass die Außenhülle selbst ein kleines Regal oder eine dekorative Box ist, die man weiterverwenden kann. Das erhöht den Lebenszyklus des Produkts.
- Vermeidung von Massenware: Kalender, die nur kleine, günstige Plastikartikel enthalten, solltest du meiden. Sie sind oft nur eine andere Verpackung für Wegwerfprodukte.
Du wirst feststellen, dass diese fairen, hochwertigen Kalender oft etwas teurer sind. Betrachte es als Investition in Qualität und faire Produktionsbedingungen, statt als Kauf von 24 Wegwerfartikeln.
Adventskalender für die umweltbewusste familie: weniger ist mehr
Manchmal ist der nachhaltigste Adventskalender der, den du gar nicht erst kaufst oder der nur wenige, dafür aber besondere Türchen hat. Vielleicht ist das Gefühl der Überforderung bei der perfekten nachhaltigen Lösung normal. Es ist erlaubt, klein anzufangen.
Überlege, ob du vielleicht einen großen Kalender für die ganze Familie gestalten kannst. Statt 24 Einzelgeschenken gibt es zum Beispiel 12 größere Türchen, die für alle sind. Darin könnten ein gemeinsames Buch, ein neues Brettspiel oder ein Gutschein für einen gemeinsamen Ausflug stecken. Das reduziert den Aufwand und stärkt das Gemeinschaftsgefühl.
Auch das Prinzip der „Erinnerungs-Kalender“ ist wunderbar. Du befüllst den Kalender nur mit kleinen Zetteln, auf denen Dinge stehen, die ihr als Familie im Advent unternehmt. Das spart Material und lenkt den Fokus weg vom Schenken hin zum Erleben.
häufig gestellte fragen
muss ein nachhaltiger adventskalender teuer sein?
Nein, er muss nicht teuer sein. Die günstigste und nachhaltigste Variante ist immer das Selbermachen mit Dingen, die du schon besitzt oder die wenig kosten. Samen, getrocknete Blätter oder kleine selbstgebackene Plätzchen sind sehr preiswert. Der höhere Preis bei gekauften Kalendern kommt oft durch faire Löhne und bessere Rohstoffe zustande.
wie vermeide ich plastikmüll bei den selbstgemachten inhalten?
Vermeide von vornherein Dinge, die in Plastik verpackt sind. Nutze kleine Papiertütchen oder Stoffbeutelchen zum Befüllen. Kaufe Lebensmittel unverpackt oder verwende Behälter aus Glas oder Metall, die du bereits besitzt und jedes Jahr wieder nutzt.
soll ich meinen alten plastik-kalender einfach weiter nutzen?
Ja, wenn er noch stabil ist, nutze ihn weiter. Die längste Lebensdauer hat das nachhaltigste Produkt. Du kannst die alten Plastiktürchen einfach mit neuen, selbstgemachten oder ökologisch unbedenklichen Inhalten befüllen. Das ist ein wichtiger Schritt im Sinne der Kreislaufwirtschaft.









