Du sitzt vor deinem Computer oder hältst dein Smartphone in der Hand und denkst darüber nach, wie du dein Geld anlegen kannst. Vielleicht hast du schon von Aktien gehört, aber das Thema wirkt kompliziert. Oder du möchtest einfach sicherstellen, dass dein Erspartes nicht Unternehmen unterstützt, die schlecht für unseren Planeten sind. Genau hier setzt das Thema nachhaltiges Fondssparen an. Es ist eine Entscheidung, die dein Geld nicht nur vermehren soll, sondern auch im Einklang mit deinen Werten steht. Lass uns ganz entspannt zusammensitzen und schauen, was das eigentlich bedeutet und wie du diesen Weg konkret gehen kannst.
Warum überhaupt nachhaltig sparen? Dein gutes Gefühl zählt
Viele Menschen beginnen mit dem Sparen, weil sie Angst haben, dass ihr Geld auf dem Girokonto durch Inflation an Wert verliert. Das ist ein normaler Gedanke. Aber wenn du dich mit dem Thema beschäftigst, merkst du schnell: Es geht um mehr als nur Rendite. Du fragst dich vielleicht: „Welche Unternehmen finanzieren meine Sparrate eigentlich?“ Wenn du Wert auf saubere Energie legst, möchtest du wahrscheinlich nicht, dass dein Geld in Kohlekraftwerke fließt. Oder du achtest auf faire Arbeitsbedingungen. Nachhaltiges Investieren, oft auch als ethisches Fondssparen bezeichnet, gibt dir die Kontrolle zurück. Du entscheidest mit, was gefördert wird.
Zuerst das Wichtigste: Die Sorge, dass nachhaltige Fonds weniger Rendite bringen, hält sich hartnäckig. Früher gab es vielleicht diesen Kompromiss. Heute zeigen viele Studien, dass gut geführte, nachhaltige Unternehmen oft sogar stabiler sind. Sie sind zukunftssicherer, weil sie Umweltauflagen frühzeitig erfüllen und weniger Risiken durch Reputationsschäden haben. Wenn du also überlegst, langfristig nachhaltig in Fonds investieren zu können, machst du oft eine kluge Wahl für die Zukunft – sowohl für deinen Geldbeutel als auch für die Welt.
Was macht einen Fonds „nachhaltig“? Die Filter verstehen
Der Begriff „nachhaltig“ klingt gut, aber er ist nicht geschützt. Das ist der Punkt, an dem viele unsicher werden. Was genau ist drin in so einem grünen Fonds? Es gibt verschiedene Ansätze, wie Fondsmanager Nachhaltigkeit prüfen. Du musst kein Experte werden, aber ein paar Begriffe solltest du kennen, damit du weißt, worauf du achten musst, wenn du einen nachhaltigen ETF auswählen möchtest, der zu dir passt.
Die Ausschlusskriterien (Negative Screening)
Das ist die einfachste Methode. Hier schließt der Fondsmanager einfach bestimmte Branchen aus. Stell dir vor, du möchtest keine Filme sehen, in denen es extrem gewalttätig zugeht. Beim Ausschlussverfahren ist das ähnlich. Typische Branchen, die fast immer rausfliegen, sind:
- Waffenherstellung (besonders kontroverse)
- Tabakproduzenten
- Unternehmen, die fossile Brennstoffe fördern (Öl, Kohle)
- Unternehmen mit nachgewiesenen schweren Menschenrechtsverletzungen.
Das ist ein guter erster Schritt. Es gibt dir sofort ein reineres Portfolio.
Die Positiv-Auswahl (Best-in-Class)
Hier wird es etwas anspruchsvoller. Statt nur auszuschließen, sucht der Fondsmanager aktiv nach den besten Unternehmen *innerhalb* einer Branche. Nehmen wir an, es gibt zehn Unternehmen, die Plastik herstellen. Der Fonds nimmt nur die zwei, die am besten darin sind, Recyclingprozesse zu etablieren oder weniger Abfall zu produzieren. Das bedeutet, du hältst vielleicht immer noch Anteile an einer „schwierigen“ Branche, aber nur an den Vorreitern der Besserung. Das ist eine Strategie für viele, die den Wandel unterstützen wollen.
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Vertiefende Links
Unverzichtbare Lesestücke zu Fondssparen nachhaltig findest du hier.
ESG-Kriterien: Der Dreiklang der Nachhaltigkeit
Das ist das Herzstück vieler Fonds. ESG steht für die drei Bereiche, die bewertet werden:
- E wie Environmental (Umwelt): Wie geht das Unternehmen mit Klima, Wasserverbrauch, Abfall und Biodiversität um?
- S wie Social (Soziales): Wie sind die Arbeitsbedingungen? Gibt es faire Löhne? Wie steht es um Arbeitssicherheit und Vielfalt im Management?
- G wie Governance (Unternehmensführung): Sind die Strukturen transparent? Wie hoch sind die Gehälter der Vorstände? Gibt es Korruption?
Fonds, die diese Kriterien strikt prüfen, sind oft am transparentesten. Achte beim Fondssparen nachhaltig darauf, dass der Anbieter offenlegt, wie genau er diese ESG-Faktoren bewertet.
Dein Weg zum ersten nachhaltigen Sparplan
Du hast dich entschieden, dass du jetzt starten willst. Super! Der Weg zum ersten Sparplan ist einfacher, als du denkst. Lass uns das in kleine Schritte zerlegen, damit es nicht überwältigend wirkt.
Schritt 1: Kenne dein Ziel und deine Laufzeit
Frage dich ehrlich: Wofür sparst du? Ist es die Altersvorsorge in 30 Jahren oder möchtest du in fünf Jahren eine Anzahlung für eine Immobilie machen? Je länger dein Anlagehorizont, desto mehr Risiko kannst du eingehen. Für langfristiges nachhaltiges Fondssparen eignen sich Aktienfonds sehr gut, da sie historisch hohe Renditen bringen.
Schritt 2: Wähle die richtige Anlageform
Für die meisten Privatanleger ist ein ETF-Sparplan ideal. ETF steht für „Exchange Traded Fund“ (Börsengehandelter Fonds). ETFs bilden einen Index ab (wie den DAX) und sind sehr günstig in der Verwaltung. Viele Anbieter bieten inzwischen spezielle nachhaltige Indizes an, die nur Unternehmen mit guten ESG-Scores enthalten. Das ist oft der einfachste und kostengünstigste Weg, um nachhaltig monatlich zu investieren.
Schritt 3: Die Recherche nach dem passenden Produkt
Jetzt kommt der wichtigste Teil: Die Suche. Geh zu deinem Broker oder deiner Bank und gib Suchbegriffe ein wie „nachhaltiger ETF MSCI World“ oder „ESG Fonds Aktien Europa“. Du wirst viele Ergebnisse sehen. Hier musst du tiefer graben. Lies dir das Dokument durch, das die Fondsgesellschaft bereitstellt – das sogenannte Basisinformationsblatt. Achte auf diese Punkte:
- Was wird ausgeschlossen? Sind die Kriterien streng genug für dich?
- Wie hoch sind die Kosten? Achte auf die Gesamtkostenquote (TER). Unter 0,5 % für einen breiten ETF ist oft ein guter Richtwert.
- Welche Regionen sind abgedeckt? Möchtest du nur Europa, oder weltweit investieren?
Sei kritisch. Wenn ein Fonds behauptet, nachhaltig zu sein, aber gleichzeitig große Mengen an Technologieaktien hält, die zwar digital sind, aber massive Umweltprobleme im Bergbau verursachen, passt das vielleicht nicht zu deiner Vorstellung von nachhaltiger Geldanlage.
Schritt 4: Automatisieren und dranbleiben
Sobald du dich für einen Fonds entschieden hast, richte einen automatischen Sparplan ein. Sage deinem Depot zum Beispiel: „Jeden ersten des Monats werden 100 Euro in diesen Fonds investiert.“ Das ist das Geheimnis erfolgreichen Sparens. Du musst nicht jeden Tag die Kurse beobachten. Diese Regelmäßigkeit, auch wenn die Kurse mal fallen, nennt man Cost-Average-Effekt und sie hilft dir, emotional Abstand zu gewinnen.
Umgang mit Zweifeln und der „Greenwashing“-Gefahr
Es ist ganz normal, dass du dir Sorgen machst. Vielleicht denkst du: „Bin ich naiv? Kaufen die großen Konzerne nur ein paar Anleihen von Windparks, um ihr Image aufzupolieren, aber machen sonst weiter wie bisher?“ Das nennt man Greenwashing. Es passiert, wenn Fonds ihre Nachhaltigkeit überbetonen, aber die Basis nicht stimmt.
Wie wehrst du dich dagegen, wenn du nachhaltige Fonds für Anfänger suchst?
Sei ungeduldig mit der Erklärung, aber geduldig mit der Rendite. Gute, wirklich nachhaltige Fonds legen ihre Methodik offen. Wenn ein Anbieter nur vage von „Verantwortung“ spricht, aber keine klaren Ausschlusskriterien nennt, sei vorsichtig. Suche nach Fonds, die externe Siegel oder klare Standards (wie die UN-Nachhaltigkeitsziele, die SDGs) als Basis verwenden. Je konkreter die Dokumentation, desto weniger Greenwashing-Risiko besteht.
Denke daran: Dein Sparplan ist ein Marathon, kein Sprint. Wenn der Markt schwankt, passiert das auch bei „normalen“ Fonds. Aber dein nachhaltiger Fonds hat eine eingebaute Resilienz, weil er oft in zukunftsfähige Geschäftsmodelle investiert. Bleib bei deiner Strategie und schau nur alle paar Monate auf dein Depot.
Häufig gestellte fragen
wie fange ich mit nachhaltigem fondssparen an?
Zuerst definierst du deine Sparrate und Laufzeit. Dann suchst du dir einen kostengünstigen ETF-Anbieter (Broker) und wählst dort einen Fonds aus, der klare ESG-Kriterien erfüllt, die du für wichtig hältst. Zum Schluss richtest du den Sparplan automatisch ein, damit du nicht täglich nachdenken musst.
sind nachhaltige fonds immer teurer?
Nein, das ist ein Irrtum. Besonders börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind sehr kostengünstig, egal ob sie nachhaltig sind oder nicht. Achte auf die Gesamtkostenquote (TER) und wähle Fonds mit niedrigen Kosten, um deine Rendite nicht unnötig zu schmälern.
was mache ich, wenn mein nachhaltiger fonds schlecht läuft?
Wenn du einen langfristigen Plan hast, ändere nichts bei vorübergehenden Kursverlusten, denn du kaufst gerade günstiger nach. Wenn die schlechte Entwicklung aber dauerhaft daran liegt, dass das Unternehmen im Fonds seinen Nachhaltigkeitsversprechen nicht gerecht wird, dann prüfe, ob der Fondsmanager seine eigenen Regeln gebrochen hat, und ziehe gegebenenfalls einen Wechsel in Betracht.









